Frühling – wieder aktiv werden

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Frühling (Theodor Fontane)

Nun ist er endlich kommen doch
in grünem Knospenschuh;
»Er kam, er kam ja immer noch«,
die Bäume nicken sich’s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
nun treiben sie Schuss auf Schuss;
im Garten der alte Apfelbaum,
er sträubt sich, aber er muss.

Wohl zögert auch das alte Herz
und atmet noch nicht frei,
es bangt und sorgt: »Es ist erst März,
und März ist noch nicht Mai.«

O schüttle ab den schweren Traum
und die lange Winterruh’:
es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.

 

Dieses Frühlingsgedicht gefällt mir einfach richtig gut – und passt jetzt auch hervorragend für Ende April. Denn jetzt sollte ja wohl echt mal wirklich und dauerhaft der Frühling vor der Tür stehen (ohne kurze Wintereinbrüche versteht sich!!).

Ganz besonders mag ich den letzten Satz: „Herze, wag’s auch du“ – denn ich stimme Theodor Fontane damit vollkommen zu. Die Natur wagt es, sie wird wieder lebendig, wird aktiv. So sollten wirs doch jetzt auch tun, nicht wahr?

Ich habe so viele Ideen und Ziele für dieses Jahr, doch bisher habe ich davon nur einen Bruchteil umsetzen können. So eine Couch ist dann doch seeeehr einladend, wenn es draußen schneit oder regnet 😉

Aber jetzt geht’s los – ich werde so richtig aktiv!!

  • Zimmer ausmisten
  • Fahrrad auf Vordermann bringen
  • Fotos draußen machen
  • Ideen sammeln für meinen Blog; neue Projekte starten
  • usw.

Was steht bei euch an, habt ihr Pläne für die jetzt anstehende Zeit, wo wir meist um einiges produktiver sind? Ich bin gespannt davon zu hören! 🙂

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Schau mal genauer hin

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Wie oft rennen wir durch unseren Alltag, fast blind vor all den Dingen, die uns umgehen?

Unser Fokus ständig auf die Zukunft gerichtet, auf die Berge von Aufgaben, die noch vor uns liegen. Oder wir stehen mit einem Fuß noch in der Vergangenheit, können von uns von ihr noch nicht so recht loslösen – und kommen gar nicht erst in der Gegenwart an.

Wagen wir mal ein Gedankenexperiment: Was wäre, wenn du heute – nur für einen Tag – dich vsowohl von der Zukunft etwas abwendest, als auch von der Vergangenheit etwas löst?

Was wäre, wenn du heute alles was du tust, auch mit deiner vollen Aufmerksamkeit machst? Beim Geschirrspülen das Wasser und seine Wärme wahrnimmst, beim Haare kämmen die Bürste auf der Haut spürst, beim Spazieren deine Füße bemerkst… Und vor allem: Deine Umgebung auch wirklich beachtest?

So entdeckst du Schönheit um dich herum, wie diese kleine Schwebefliege auf einer Rose auf meinem Foto oben. 🌹

Oder auch ein nettes Lächeln einer Person, die gerade an dir vorbeigeht.

Sei achtsam, im Moment, und genieße! 😍

Weg mit der Kälte!

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Vor ein paar Tagen war ich spazieren – noch bei Schnee und absoluter Kälte. Aber gute Laune hatte ich trotzdem – denn ich wusste schon da, dass das Wetter bald endlich mal besser werden sollte 😉

Noch jemand von der Fraktion „Schnee gerne – aber eigentlich nur an Weihnachten und danach ists auch schon wieder gut“ ?? 😀

Irgendwie hab ichs nicht so mit der Kälte. Liegt wohl daran, dass ich eine ziemliche Frostbeule bin. Will heißen: ein paar Minuten draußen bei Minusgraden und gefühlt jede Zelle meines Körpers meldet sich lautstark und versucht mich dazuzubewegen, ganz schnell wieder zurück auf die Couch zu gehen – eingewickelt in Kuscheldecke und versorgt mit Tee.

Kein Wunder, dass Winterspaziergänge bei mir dann doch eher selten sind. Wenn es sein muss, dass ich mein geliebtes Kissenlager verlasse, dann möglichst nur ganz kurz – und möglichst schnell wieder zu einem anderen warmen Ort. Es gibt doch nichts ungemütlicheres als ein kaltes Zimmer, oder?

Genau. Sehe ich auch so. Vielleicht sollte ich meiner Hochschule mal einen Brief (oder heutzutage vielleicht doch eher eine Mail) schreiben und meine Bedenken bezüglich der etwas zu niedrig angesetzten Raumtemperatur äußern. Das stellt nämlich eine akute Gefahr für den „viel-zu-kalt-für-Vorlesung-ich-bleib-daheim“-Infekt dar! 😉

FLORENZ – Teil 3: Leben in einer Gastfamilie

Aller guten Dinge sind drei, nicht wahr? 😉

Und deshalb nun der dritte, und letzte Teil meiner Florenz-Reihe. Nachdem ich euch ein paar Tipps für Restaurants gegeben habe und euch auch meine Lieblingsorte vorgestellt habe, möchte ich nun einfach eiimages.jpgn bisschen darüber quatschen, wie es so war, drei Wochen in einer italienischen Gastfamilie zu leben.

Ist zwar Europa, aber trotzdem oft anders als in Deutschland – immer wieder lustig, jedoch auch immer wieder eine kleine Herausforderung 😉 Außerdem möchte ich ein bisschen auf die italienische Lebensart allgemein eingehen, jedenfalls auf das, was ich hier erlebt habe (kein Anspruch auf Vollständigkeit! :-D).

  • Begrüßung
    • Von Italienern sagt man ja meist, dass sie herzlich, offen, laut und enthusiastisch sind. Genau so wurde ich auch von meiner Gastmutter begrüßt. Küsschen, Umarmung, Kopf getäschelt… Das volle Programm 😀
      Und auch zwischendurch gab es immer wieder einen Kuss, einen Schulterdrücker oder sonst irgendein Zeichen der Zuneigung. Manche mögen das natürlich nicht unbedingt, aber ich bin ganz genauso und habe mich einfach wohl auf gut aufgehoben gefühlt 😉

 

  • Zimmer
    • Mein Zimmer war wirklich super gemütlich! Naja, also von der Einrichtung her. Aber von der Temperatur… Natürlich war es dem schlechten Wetter geschuldet, aber mein Zimmer war einfach nur eiskalt. Bei den hohen Decken in den alten Häusern ist auch schwierig, richtig zu heizen – gerade weil die Fenster in keinster Weise unserem deutschen Standard entsprechen. Ich hatte nicht mal eine richtige Heizung in meinem Zimmer 😀
      Meine Gastmutter hat mir außerdem einmal erzählt, dass sie von der Stadt aus gar nicht mehr heizen dürfen, aus ökologischen und ökonomischen Gründen. Tja, also habe ich meine Zeit eingekuschelt in meinem Bett verbracht 😉

 

  • Frühstück
    • Entweder gar nichts, oder nur Espresso + Pasta (nicht die Nudeln, sondern ein süßes Gebäckstück).
      Irgendwie nicht so mein Frühstück, ich hatte in der ersten Woche mittags immer soooo einen großen Hunger. Also habe ich mir dann für den Rest meiner Zeit in Italien einfach Haferflocken etc. zugelegt und mir mein eigenes Frühstück gemacht. Also ich weiß nicht, wie die Italiener das aushalten, aber ich brauche ein gescheites Frühstück, um über den Vormittag zu kommen 😀

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  • Mittagessen
    • Normalerweise gibt’s nur schnell irgendwo ein Panino und dann wars das erstmal. Abends wird ja wieder groß geschlemmt.
      Auch hier nicht unbedingt mein Rhythmus. Ja, abends gabs immer viel. Aber trotzdem war das ja erst abends! Und zwischen 13 Uhr bis 20 Uhr liegen doch ein paar Stündchen… Also bin ich mittags dann auch einfach essen gegangen. Ging natürlich gut ins Geld, aber ich musste mich stärken, um überhaupt den ganzen Nachmittag über Sehenswürdigkeiten und Museen anzuschauen 😉

 

  • Abendessen
    • Das typische italienische Abendessen, wie man es so kennt (mehrere Gänge, viel Wein…), gab es bei uns gar nicht. Ich war allerdings auch mit 6 anderen Stundenten in meiner Gastfamilie, da wäre das wohl auch etwas zu teuer 😉
      Unsere Gastmuter hat uns meist zwei Gerichte zubereitet und von denen durften wir uns nehmen, so viel wie wir wollten. Eine halbe Stunde saß sie mit dabei, dann waren wir meist unter uns und haben auf Englisch gequatscht (kein Wunder, wenn Mexikaner, Amerikaner, Spanier, Chinesen und Deutsche gemischt sind :-D).
      Meine Gastmutter ist wirklich ein Schatz und sie hat sich immer sehr viel Mühe gegeben – aber kochen konnte sie leider nicht 😀 Die Pasta war weeeeeit entfernt von aldente (eher eine matschige Masse), es gab einfach wahllos irgendetwas mit Würstchen dazu, und Gemüse wurde sowieso nie serviert (oder mal als eine Stange Spargel in einem ganzen Auflauf versteckt). Satt geworden bin ich trotzdem, auch wenn ich etwas anderes erwartet und auch erhofft hatte 😉
      Einmal gab es Risotto – das war wirklich klasse!!! Aber sonst eher so lala… 😀

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  • Kaffeepausen
    • Der Kaffee am Nachmittag mit einem Stück Kuchen… Joa, das kennt man aus Deutschland. Doch hier in Italien? Nope. Fehlanzeige.
      Kaffee? Oh ja, auf jeden Fall!
      Am Nachmittag? Hilfe, nein!
      Ich hatte schon hitzige Diskussionen über die richtige Kaffee-Zeit mit Italienern und alle waren sich einig: morgens ein Espresso oder für die Damen im Lande auch ein Cappuccino. Vormittags vielleicht noch für eine kleine Pause. Doch dann wars das. Und wenn nach dem Abendessen noch ein Espresso serviert, dann ist das auch wunderbar – aber bitte NIEMALS einen Cappuccino!
      Haha, also wieder was dazugelernt 😀
      Aber eine Sache ist hier einfach super: Egal wo, egal wie klein die Kaffeebar sein mag – fast überall gibt es wirklich richtig guten Kaffee aus herrlichen Siebträgermaschinen (neeeeidisch :-D).
      Und das Beste kommt noch: Ein Espresso = 1 € !!!
      [nur ganz selten mal 10 bis 20 Cent mehr] Ein Cappuccino kostet meist 1,20-1,50€ – ein absoluter Traum für Kaffeeliebhaber wie mich 😉

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  • öffentliche Verkehrsmittel
    • Ich weiß nicht, wie es in anderen Städten in Italien ist – aber in Florenz war es doch etwas komplizierter, als anfangs gedacht 😀
      Ich bin an meinem ersten Tag am Flughafen angekommen und konnte gleich mit einem Bus direkt in die Innenstadt zum Hauptbahnhof fahren. Das hat wunderbar funktioniert. Doch dann ging es los. Etliche Bushaltestellen, keine Ahnung, wo jetzt welcher Bus fährt – außer man läuft jede einzelne ab. Trubel, Menschengewirr, und ganz wichtig: das Ticket gibt es irgendwo im Bahnhof oder in kleinen Geschäften, aber NICHT im Bus! Der Busfahrer konnte kein Wort Deutsch oder Englisch – tja und ich kein Italienisch. Also hatte ich keine Ahnung, wann ich wo raus muss (man muss nämlich selbst immer drücken, ansonsten fährt der Busfahrer einfach weiter). Zum Glück gibt es Google Maps und GPS, stimmts? 😉 Als ich ungefähr in der Nähe meiner Gastfamilie war, habe ich auf gut Glück den Knopf gedrückt und bin den Rest einfach gelaufen.
      Die restlichen drei Wochen bin ich kein einziges weiteres Mal mit dem Bus gefahren – einerseits habe ich es GELIEBT, durch die hübschen Gassen zu laufen, andererseits sind die Fahrpläne relativ unverbindlich 😉
      Insbesondere abends, wie wir meine Gastmutter erzählt hat. Da kanns auch einfach mal sein, dass der Busfahrer keine Lust mehr zu fahren hat. Wieso auch nicht? Ich kanns ihm nicht übel nehmen – ich bin ja auch lieber mit Freunden unterwegs 😉

 

Das waren jetzt ein paar der Punkte, die mir besonders aufgefallen sind. Es gibt natürlich noch so einiges, das anders läuft als in Deutschland, das witzig war (gerade weil ich am Anfang einfach kein einziges Wort Italienisch konnte – außer Hallo, Tschüss und Pizza und Pasta :-D). Aber belassen wir es erstmal dabei, ist schon genug Text geworden 😉

Was habt ihr für Erfahrungen mit Italien gemacht, sei es im Urlaub, oder auch durch das Leben in einer italienischen Gastfamilie? Ich bin gespannt davon zu lesen! 🙂