[Rezension] Das kleine Friesencafé

Meine Sehnsucht nach der Nordsee wird immer größer, je länger ich von ihr fernbleiben muss. Dementsprechend verschlinge ich gerade auch Nordsee-Romane. Ob das eine eigens auferlegte Qual ist, oder ob ich damit zumindest zum Teil meine Sehnsucht befriedigen kann, bleibt mal dahingestellt.

Jedenfalls bin ich generell ein Fan von Romanen, die an der Küste spielen und mir ein Gefühl von Urlaub und Freiheit vermitteln. Janne Mommsen schreibt herrliche solcher Bücher. Ich mochte beispielsweise die Reihe zur Inselbuchhandlung sehr gerne. Diesmal habe ich es also mit „Das kleine Friesencafé“ probiert, das mich allein vom Cover und vom Titel her bereits sehr angesprochen hat.

Titel: Das kleine Friesencafé

Autor: Janne Mommsen

Verlag: rowohlt (klick)

Preis: 16,00 € (Paperback)

ISBN: 978-3-499-00395-0

Es geht um Julia, die dringend eine Auszeit von ihrem Leben braucht. Julia arbeitet gemeinsam mit ihrer Oma Anita in einem eigenen Blumengeschäft, doch sie merkt, dass sie der Alltag langsam erdrückt. Um ihrer Mutter näherzukommen, die starb, als Julia noch ein kleines Kind war, reist Julia nach Föhr. Dort möchte sie die Orte aufsuchen, die ihre Mutter damals bei einer Kur aufgesucht hatte, und diese Orte in einem Gemälde festhalten. Neben dem Malen ist ihre zweite Leidenschaft das Backen. So bietet es sich irgendwann an, dass sie Kuchen backt und sie ihren Besuchern zu einem Unkostenbeitrag von einem Euro anbietet. Langsam aber sicher fühlt sie sich immer wohler auf Föhr, aber sie muss doch zurück nach Gelsenkirchen, in den Blumenladen, oder?

Die Geschichte ist im Grunde genommen wirklich einfach nett. Kapitän Paulsen erhält auch seinen Platz und man erfährt von seinen Schwierigkeiten im Ruhestand anzukommen. Julia lernt liebe Menschen kennen und kann die ganze Zeit das tun, wofür sie brennt: Malen und Backen. Doch so sehr ich die Geschichten von Janne Mommsen eigentlich liebe, so enttäuscht war ich von dieser.

An manchen Stellen war die Schreibe fast schon poetisch und wirklich schon. Doch irgendetwas hat gefehlt. Ich habe lange darüber nachgedacht und konnte für mich nur festhalten, dass die Geschichte nur so dahinplätschert, viel zu schnell wichtige Szenen übergangen werden und alles so selbstverständlich und einfach wirkt. Mir hat die Tiefe gefehlt, die großen Emotionen und das ausführlichere Schildern. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich erinnere mich an die anderen Bücher von Janne Mommsen und weiß um mein Mitfiebern und Mitfreuen. Das hat mir hier leider etwas gefehlt.

Dennoch ist es eine schöne Geschichte, um sich der Nordsee wieder etwas näher zu fühlen. Es macht Lust auf die Leute dort und vor allem auf die Natur, die wiederum sehr schön beschrieben wurde. „Das kleine Friesencafé“ ist der Auftakt zur neuen Friesencafé-Reihe von Janne Mommsen und ich habe schon jetzt beschlossen, dass ich den zweiten Band lesen muss, um mir ein noch besseres und zusammenhängenderes Bild machen zu können.

P.S. Und eine Sache muss ich noch erwähnen: Wie cool ist es bitte, den eigenen Namen auf einem Buch zu sehen??! 😀 Auch wenn Herr Mommsen bekanntlicherweise ein Mann ist … mein Name ist so selten, dass das für mich eine kleine Offenbarung ist 😉

Verfasst von

Komm mit in meine kleine, bunte Welt! Ich lass dich an meinen Gedanken über das Leben teilhaben und stelle dir meine neuesten Bücher vor. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

2 Kommentare zu „[Rezension] Das kleine Friesencafé

  1. Habe ich mir heute ertauscht 😀. Ich mag die Bücher sehr und nicht erst seitdem ich selbst am Wasser lebe. Sie beschreiben die Gegend so schön und geben einem beim Lesen ein Gefühl von Leichtigkeit.

    Ich habe bisher allerdings die Oma-Imke-Reihe noch nicht gelesen. Hast du sie gelesen und sind sie zu empfehlen?
    LG von der Ostsee, Anja und Charly 🙋‍♀️🐶

    Gefällt 1 Person

    1. Erst einmal: eine sehr schöne Idee mit dem Tauschen! 🙂

      Das stimmt, Janne Mommsen schafft es wirklich, die besondere Stimmung und das Freiheitsgefühl an der Küste einzufangen.

      Leider habe ich die Oma-Imke-Reihe nicht gelesen – nur die Inselbuchhandlung, die ich jedoch sehr empfehlen kann. Aber wenn Oma Imke nur annähernd so ist, wie sie beschrieben wird, und Janne Mommsen weiterhin so gut schreibt, dann kann es ja nur gut sein 😉

      Ganz liebe Grüße von Bayern (mit großer Sehnsucht nach der Ostsee), Janne

      Gefällt 1 Person

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