[Rezension] Die 1% Methode. Minimale Veränderung, maximale Wirkung

Das Thema Gewohnheiten ist ein sehr interessantes – und ein sehr schwieriges. Wahrscheinlich hat sich jeder von uns schon einmal Ziele gesetzt, etwas im Leben zu verändern. Doch nach ein paar Wochen (oder manchmal auch nur Tagen), ist das Ziel aus den Augen verloren.

Wieso fällt es uns so schwer, neue, gesunde Gewohnheiten in unserem Leben zu etablieren? James Clear versucht sich in seinem Buch „Die 1% Methode“ an einer Erklärung.

Titel: Die 1% Methode. Minimale Veränderung, maximale Wirkung

Autor: James Clear

Verlag: Goldmann (klick)

Preis: 13,00 € (Paperback)

ISBN: 978-3-442-17858-2

Ehrlich gesagt, musste ich beim Titel schmunzeln. Genauer gesagt: beim Untertitel, der da lautet „minimale Veränderung, maximale Wirkung“. Als Wirtschaftsstudentin war das Erste, was ich gelernt habe: Das MiniMax-Prinzip funktioniert nicht. Man kann nicht mit dem geringsten Einsatz das meiste herausholen. Dass dieses Buch nun genau das verspricht, hat mich ehrlich gesagt skeptisch werden lassen. Klingt ja zu gut, um wahr zu sein, nicht wahr?

Doch nach den ersten Seiten und den ersten Beispielen von James Clear, musste ich mir eingestehen, dass das doch ganz schön sinnvoll zu sein scheint, was der Autor in seinem Buch schreibt. Beispielsweise sollte man sich, anstatt sich Ziele zu setzen, viel mehr mit der eigenen Identität auseinandersetzen. Den Satz „Ich mache jetzt mal mehr Sport“ könnte man so ersetzen mit „Ich bin ein Sportler und führe ein aktives Leben“. Schon geht es nicht mehr um ein Ziel, das man leicht dahinsagt, sondern um die eigene Identität.

James Clear vereint mit seinem Buch bereits existierende Methoden (siehe Charles Duhigg mit „Macht der Gewohnheit“), entwickelt sie aber weiter. Der Aufbau des Buches hat mir dabei sehr gut gefallen. Es gibt nach jedem Kapitel eine Zusammenfassung, was gerade für ein Rekapitulieren zu einem späteren Zeitpunkt sehr interessant ist. Auch gibt es immer wieder mal interessante Illustrationen zum Geschriebenen. So faszinierend ich dieses Thema auch finde und so angenehm es ist, nicht nur trocken darüber zu lesen, sondern viele Beispiel mit auf den Weg geschickt zu bekommen: ich konnte das Buch nicht allzu flüssig lesen. Für mein Empfinden wurden viele Kapitel künstlich in die Länge gezogen und zu viele zu ähnliche Beispiele aneinandergereiht. Immer wieder dachte ich mir: Das ist doch jetzt schon wieder das Gleiche?! Das fand ich unfassbar schade. Mir hat das die Freude am Lesen genommen und es anstrengend gemacht, weil es irgendwann ermüdend wird. Lieber hätte das Buch 100 Seiten weniger gehabt, wäre aber auf den Punkt gekommen.

Doch alles in allem ist es ein schöner Ratgeber, mit dem man gut bedient ist, um an seinen Gewohnheiten sinnvoll zu arbeiten. Ich werde mir garantiert mehrere Tipps weiter zu Herzen nehmen und Stück für Stück, in kleinen Schritten, meine Gewohnheiten verbessern.

P.S.: Kleiner Tipp: auf folgender Seite kann man sich Zusatzmaterial zum Buch herunterladen. Gerade der „Gewohnheitsspickzettel“ ist zu empfehlen. Perfekt, um sich nicht selbst eine aufwendige Zusammenfassung zu schreiben, sondern sich so direkt auf der Zusammenfassung weitere Notizen zu machen, während man liest. https://www.randomhouse.de/James-Clear-Downloadbereich/aid85195.rhd

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Komm mit in meine kleine, bunte Welt! Ich lass dich an meinen Gedanken über das Leben teilhaben und stelle dir meine neuesten Bücher vor. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

8 Kommentare zu „[Rezension] Die 1% Methode. Minimale Veränderung, maximale Wirkung

  1. Hallo und guten Abend,

    als ausrangierte Lehrerin habe ich die Erfahrung gemacht: „Die Wiederholung ist die Mutter des Lernens.“
    Darum würde ich sagen, dass es für andere Menschen, die vielleicht nicht so vertraut mit ihrer eigenen Psychologie und dem Lesen und Lernen sind, so ein Buch sicher seine Berechtigung hat.

    Mit ganz liebem Gruß
    Gerel

    Gefällt 1 Person

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