[Rezension] Palais Heiligendamm. Ein neuer Anfang

Eine frische Brise vom Meer, die salzige Luft, der Strand – kein Wunder, dass Heiligendamm ein beliebtes Urlaubsziel ist. Die Hoteliersfamilie Kuhlmann weiß von der einmaligen Lage Heiligendamms und versucht ebenfalls ihr Glück mit einem Hotel im nahen Ort „Doberan“.

Titel: Palais Heiligendamm. Ein neuer Anfang

Autorin: Michaela Grünig

Verlag: Lübbe

Preis: 14,90 € (Paperback)

ISBN: 978-3-7857-2707-2

Wir schreiben das Jahr 1912. Das „Palais Heiligendamm“ eröffnet und zieht die ersten Gäste an. Doch aller Anfang ist schwer. Der Konkurrent „Grand Hotel“, direkt am Meer, macht ihnen zu schaffen. Besonders im Fokus steht Elisabeth, eine von drei Schwestern, die so anders ist, als die anderen Frauen der Zeit. Sie ist taff, frech und will unbedingt im Hotel mitmischen. Jedoch macht dies ihr Bruder mit ihrem Vater zusammen – Frauen unerwünscht. Erst bei mehreren Schicksalsschlägen und Intrigen zeigt sich, dass Elisabeth großes Talent in der Führung eines Hotels besitzt. Ihr großer Unterstützer dabei ist Julius, ein Sekretär, der später noch eine wichtige Rolle einnimmt.

Das Hotel wird in den buntestenen Farben beschrieben und am liebsten hätte ich meine Koffer gepackt und wäre dort hingereist. Dieser Wunsch hat sich jedoch schnell wieder gelegt, als dann der Krieg beginnt. Das Leid, das zu dieser Zeit herrschte, wird im Buch so gut dargestellt, dass ich erneut schockiert gewesen bin, wie so etwas später ein zweites Mal passieren konnte. Doch nicht nur die Beschreibung des Krieges, hat mich gebannt. Es war auch die persönliche Geschichte von Paul, der seine Neigung zum anderen Geschlecht entdeckt und um die gravierenden Konsquenzen weiß. Oder die Geschichte von Minna, die großes Heimweh nach Berlin hat und deren Mutter dort schwerst krank liegt. Und es natürlich Elisabeth, die starke junge Frau, die sich im Laufe der Zeit besser kennenlernt und sich mit vielen Widrigkeiten doch noch verliebt.

Das war nur ein kleiner Auszug. Die Besonderheit des Buches liegt wohl darin, dass wir so viele Personen so intensiv kennenlernen dürfen. Die Autorin nimmt sich bewusst die Zeit, in jede persönliche Lebensgeschichte abzutauchen. Dies macht den Roman sehr vielschichtig und auch spannend. Besonders sympathisch und authentisch sind mir hierbei Elisabeth, Minna und Paul erschienen. Leider fehlte mir gerade bei Julius, eine sehr wichtige Figur, etwas. Sein Verhalten hat für mich oft keinen Sinn ergeben – irgendetwas war und es wurde nie so richtig aufgelöst. Aber ansonsten war ich gefesselt und wollte immer weiterlesen.

Kein Wunder, dass es hier noch einen zweiten Teil gibt – den ich unbedingt lesen muss! Das Buch „Palais Heiligendamm. Ein neuer Anfang“ ist meiner Meinung nach zu empfehlen für alle, die sich für Familiengeschichten und persönliche Schicksale interessieren.

Verfasst von

Komm mit in meine kleine, bunte Welt! Ich lass dich an meinen Gedanken über das Leben teilhaben und stelle dir meine neuesten Bücher vor. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

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