Happy Halloween! Süßes oder saures? als Kind vs. erwachsener

Halloween – einer der zwei Anlässe im Jahr für ein Kostüm. Manche lieben diesen Tag genau deshalb: endlich wieder verkleiden! Gut, ich habe noch nie zu dieser Fraktion gehört. Ich fand Kostüme immer nur unbequem und super unpraktisch. Es war zwar in Ordnung, aber meine große Begeisterung blieb aus. Wahrscheinlich gehörte ich als Kind damit zu einer Minderheit – zumindest meine Freunde fanden es im Gegensatz zu mir immer klasse. Was mir aber gut gefallen hat, waren natürlich die Süßigkeiten, das kann ich nicht bestreiten.

Als Kind war es noch ein kleines Erlebnis, weil ja die Süßigkeiten auf mich gewartet haben, aber als Erwachsene drücke ich mich gerne mal vor Halloween. Mittlerweile werde ich schon gar nicht mehr groß gefragt, ob ich verkleidet zu einer Party kommen möchte, weil jeder weiß, dass ich mir mal die Lippen roter Schminke und was auf die Wange male – aber nicht mehr. Dennoch muss ich zugeben: Es gibt geniale Kostüme und ich bewundere die Menschen, die so kreativ sind und so viel Arbeit hineinstecken. Da denke ich mir dann schon manchmal: sollte ich das nicht auch probieren?

Aber abgesehen vom Kostüm: das Konzept „Halloween“, wie ich es als Kind gefeiert habe, würde für mich wahrscheinlich insgesamt auch gar nicht mehr funktionieren. Wieso? Ich zeige es euch anhand eines kleinen (witzig gemeinten) Vergleichs…

Halloween als Kind

Endlich Halloween! Das Kind freut sich unglaublich darauf, sich als Hexe, Geist, Magier, Teufel oder ähnliches zu verkleiden. Die Kreativarbeit übernimmt meist Mama oder Papa. Das Gesicht wird bemalt, Kleidungsstücke genäht, oder manchmal tut es auch einfach ein Kostüm für Kinder aus dem Geschäft. Die Aufregung ist groß: endlich mal länger aufbleiben dürfen und draußen im Dunklen herumlaufen! Und dann die Freunde sehen und Kostüme erraten, das macht Spaß! Es geht in kleineren Gruppen von Tür zu Tür. Mit dabei eine Schale oder ein Beutel. Kaum öffnet sich die Tür wird laut „SÜSSES ODER SAURES!“ gerufen, in den unterschiedlichsten Tonlagen der kleinen Kinder. Und alle werden belohnt: in jede Tüte, in jeden Beutel kommt eine Handvoll Süßes. Am Ende des Abends sammelt sich dort eine Menge an Naschkram an, die für die nächsten Monate reicht. Scheu vorm Klingeln? Wieso denn? Ist doch total lustig! Es ist schon fast Gesetz, das dann Süßigkeiten auf einen warten. Herrlich!

Und das jetzt als Erwachsener?

Schon wieder Halloween? Hilfe, die Zeit vergeht so schnell! Mist, man hat noch gar kein Kostüm und muss noch schnell was kaufen. Und da war doch auch noch die Einladung zu der Party. Soll man da hingehen? Okay, kann nicht schaden, ein paar der Freunde zu sehen. Am Abend wird sich also geschminkt und das Kostüm übergestreift. Ein Blick in den Spiegel: leicht lächerlich sieht dieser Hexenhut ja schon aus, oder? Naja, egal. Los gehts. Schnell noch was zum Trinken mitnehmen, denn eigentlich geht es ja nur darum zu feiern. Beim Gedanken daran, wie man früher von Haustür zu Haustür gegangen ist, wird einem ganz mulmig zumute. Einfach so klingeln? Wie schrecklich! Man weiß ja gar nicht wer aufmacht! Wer wohnt da überhaupt sonst noch in dem Wohnhaus? Kommt es nicht komisch, einfach zu klingeln? Dagegen ist das ungeliebte Anrufen bei Fremden ja gar nichts! Dann lieber schnell eine WhatsApp schreiben. Und diese ganzen Süßigkeiten damals… Bringen ja sowieso nichts, die würden nur verschenkt werden, weil man ja auf eine gesündere Ernährung achtet und nicht ständig Lollis und andere Sachen futtern will. Kopfschüttelnd über die Kindheit gehts also zur Party. Eine Party wie jede andere, nur eben im Kostüm. Endlich geschafft.

So ist das eben

Keine Sorge, das ist natürlich nur überspitzt formuliert und bei jedem bestimmt noch einmal ein bisschen anders. Mir hat nur der Gedanke gefallen, wie sehr sich so ein Tag für einen selbst ändern kann, wenn man älter wird. Wie sieht es denn bei euch aus? Feiert ihr Halloween? Verkleidet ihr euch gerne? Und das Wichtigste: Würdet ihr noch von Tür zu Tür gehen und klingeln? 😉

Verfasst von

Komm mit in meine kleine, bunte Welt! Ich lass dich an meinen Gedanken über das Leben teilhaben und stelle dir meine neuesten Bücher vor. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

9 Kommentare zu „Happy Halloween! Süßes oder saures? als Kind vs. erwachsener

  1. Für mich hat Halloween keine Tradition. Meine Kindheit und Jugend waren „halloweenfrei“. Mir scheint, das Fest ist erst vor etwa 20-25 Jahren nach Deutschland gekommen (oder zurückgekehrt?). Damals kaufte ich jeweils rechtzeitig ein paar Süßigkeiten, um kleine Schreckgespenster zu belohnen. Aber ich wohne in einem kinderlosen Mehrfamilienhaus. Niemand kam, um von mir Süßes zu verlangen oder mir Saures anzudrohen. Nur einmal fand ich just am 31. Oktober in der Gemeinschaftswaschmaschine beim Herausholen der Wäsche ein ekelhaft aussehendes Gummi-Insekt. – Als Kind verkleidet habe ich mich natürlich mit Begeisterung – und nicht nur zum Fasching. Eine Verkleidekiste gehört in jedes Kinderzimmer. Den Kostümwettbewerb, wie er heute in Kindertagesstätten beobachtet werden kann, und der eher ein Wettbewerb zwischen den Müttern zu sein scheint, finde ich eigentlich gar nicht lustig.

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    1. Das habe ich mittlerweile schon öfter gehört, dass Halloween gar kein fester Bestandteil gewesen ist. Spannend! Da merkt man mal wieder, dass doch jeder in seiner eigenen kleinen Welt lebt!

      Da stimme ich dir zu – gerade als Kind ist Verkleiden einfach klasse. In andere Rollen schlüpfen, sich ausprobieren… Wobei da wohl auch jeder unterschiedlich ist. Wie gesagt war das noch nie so meins 😀 Wahrscheinlich hat mir das Schlüpfen in Rollen durch das Lesen bereits gereicht.

      Aber daraus einen Wettbewerb zu machen, ist wirklich schade. Da geht es dann nur noch ums Vergleichen und nicht mehr um den Spaß an sich. Wirklich schade… Da stimme ich dir zu.

      Liebe Grüße
      Janne

      Gefällt 1 Person

  2. Um ehrlich zu sein: ich stehe mit adoptiertem Brauchtum etwas auf Kriegsfuß. Dazu gehören vor allem reimportierte Feste aus den USA. Denn, wie Coca Cola und McDonalds, verdrängen sie Traditionelles. Jedes Land, jede Gegend hat ihre eigenen Sitten und Gebräuche. In diesem Fall wären das zum Beispiel in Österreich und Süddeutschland Allerheiligenstriezl – mit Germteig gemacht oder mit Streuseln – oder spezielle Lebkuchen in Franken. Dazu gibt es traditionelle Allerheiligenmärkte, Gedenken an verstorbene Verwandte, Grabsegnung oder wie in Rheinland-Pfalz, wo spezielle, kegelförmige Kerzen angezündet werden. Wir verschludern also unser eigenes Brauchtum zugunsten eines – kommerziellen – Festes aus den USA (Halloween hat einen irisch-keltischen Ursprung, der aber in seiner modernen Form kaum noch zu erkennen ist!). Bitte verstehe mich richtig: ich kritisiere nicht Deinen Beitrag! Aber ich finde es schade, wenn wir unsere eigenen Bräuche einfach so aufgeben und aus einem eigentlich besinnlichen Fest eine Art Fasching II. machen. Nichts für ungut und Grüße aus München!

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke für deinen Kommentar! Ich bin gerade selbst erstaunt – ich gehöre wohl zu der Fraktion, bei der diese „neuen Brauche“ die eigentliche Tradition verdrängt haben. Denn von „Allerheiligenstriezl“ habe ich noch nie etwas gehört und das, obwohl ich ja Zeit meines Lebens in Süddeutschland lebe!
      Wo ich so von deinen Beispielen lese, finde ich es wirklich schade, dass diese Tradition eher in Vergessenheit geraten, sich aber anstatt dessen jeder verkleidet!

      Ich sehe das gar nicht als Kritik an, sondern als eine sehr wertvolle Ergänzung zu meinem Beitrag! Also vielen Dank dafür – diese Sichtweise hat mir komplett gefehlt. Was wirklich schade ist. Ich werde mich definitiv mal mehr mit den Traditionen beschäftigen, danke für deinen Impuls 🙂

      Liebe Grüße
      Janne

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  3. Bis Dato habe ich Halloween komplett ignoriert. Leider wird es immer schwieriger, denn die Kleinen ( Enkel) wachsen damit auf. Gestern hatte ich erstmals das Vergnügen – ok war ne Mischung zwischen Ostern und Halloween. Die Kids durften im Garten Süßes suchen, vorher ihr Täschchen selbst bemalen und dann untereinander teilen. Nicht das von Haus zu Haus gestiefel, der Verkleidungswahn.
    Mir scheint alles schwabt von Amerika rüber, es gibt kein deutsches Deutsch mehr – es ist schon eine Mischsprache geworden.
    Halloween soll in Amerika bleiben. Ich brauch es nicht und ich feiere nur das wo ich auch den Hintergrund kenne und er regional passt.

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    1. Ich stimme dir da wirklich gerne zu – Halloween war noch nie meins, aber ich habe es eben „gefeiert“, weil es andere getan haben. Wirklich hinterfragt habe ich das Ganze natürlich nicht. Gut, als Kind verständlich. Aber nun als Erwachsene ist es auf jeden Fall sehr interessant, wie unterschiedlich man doch aufwachsen kann!
      Für Kinder ist es vielleicht schön, Süßigkeiten zu sammeln und sich zu verkleiden. Aber wenn dadurch regionale Bräuche verloren gehen, ist das wirklich schade.

      Liebe Grüße
      Janne

      Gefällt 1 Person

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