Das Kind bewahren. Wieso „erwachsen“ langweilig ist

Einfach mal laut drauf loslachen. Einfach mal herumtanzen und sich freuen. Einfach mal weinen, wenn man traurig ist. Einfach mal Herumalbern, wenn einem danach ist. Kind zu sein, scheint so einfach – und ist es meist auch. Dagegen kommt das „Erwachsenenleben“ nicht so leicht ran.

Aber wer sagt, dass wir nicht einen Teil des Lebens als Kind behalten können? Wer sagt, dass wir ernst und vernünftig und am besten gleich noch ruhig und sachlich werden sollten?

Wieso sollten wir überhaupt erwachsen werden?

Ich verrate es euch: eigentlich niemand außer wir selbst. Und deshalb: Wir müssen all das nicht werden, nur um „erwachsen“ zu sein. Ich möchte nicht abstreiten, dass es ausgesprochen wichtig ist, insbesondere in der Arbeit, auch sachlich und ruhig verhandeln zu können, oder für seine Bedürfnisse klar und ernst einstehen zu können. Doch das bedeutet nicht, dass auch der Rest des Lebens so ernst und trocken aussehen muss.

Ich bin dafür, dass wir uns alle das Kind in uns bewahren sollten. Da gibt’s natürlich auch die trotzige, nerv tötende Seite – also meiner Meinung nach, kann man die gern weglassen 😉 Ich spreche jedoch über die lockere, lustige und offene Seite von Kindern. Wir sind meist viel zu ernst in Situationen, die die Ernsthaftigkeit in diesem Ausmaß gar nicht erfordern würden. Und wir lachen viel zu selten herzhaft. Und wir freuen uns viel zu wenig über kleine, ja fast schon banale Dinge.

Was wir alles von Kindern lernen bzw. am besten gleich beibehalten können

Wir konzentrieren uns nun also nur auf die positiven Seiten des Kindseins. Auf all das, was uns im Leben eines Erwachsenen oft, viel zu oft, fehlt.

  • Mit Neugier an Sachen herangehen.
    Wir sehen oft nur die To-Do-Liste, die immer länger und länger wird. Etwas Neues steht an? = die Liste wird länger.
    Kinder hingegen freuen sich über alles Neue. Sie sind neugierig, was auf sie zukommt und was sie entdecken dürfen. Sie können auch über eine Biene staunen. Ist das nicht wundervoll?

  • Anderen Menschen mit Offenheit und Vertrauen begegnen.
    Meist vergleichen wir uns bereits bei der ersten Begegnung mit Menschen. Was tragen sie, was machen sie, welche Figur haben sie, usw. Kurz: wir versuchen abzuschätzen, ob wir Kontakt mit der Person haben möchten, ob wir sie überhaupt grundlegend mögen könnten.
    Kinder denken nicht groß. Sie gehen auf ein anderes Kind zu, greifen es an der Hand und entscheiden sich dazu, dass dies nun der nächste beste Freund sein wird. Natürlich ist das im Erwachsenenalter vielleicht nicht ganz so leicht, wie als Kind. Doch eine Portion Vertrauen und Offenheit lässt Freundschaften und Kontakte viel leichter entstehen.

  • Immer wieder Neues probieren wollen & die Lust am Lernen.
    Routine ist unser Freund und Feind zugleich. Sie ist bequem, meist effizient. Doch sie kann uns auch langweilig und festgefahren werden lassen. Wir wollen nichts Neues probieren, nichts Neues lernen, weil es ein zu großer Aufwand ist, oder weil es Angst macht.
    Kinder hingegen wollen immer Lernen. Irgendwann in der Schule lässt das in vielen Fällen zwar nach, aber als kleines Kind, lieben sie es zu entdecken. Alles könnte interessant sein, alles muss begutachtet und eingeschätzt werden.

  • Herumalbern.
    Viel zu oft sehen wir nur die Abers und Wenns. Alles könnte eine negative Seite haben. Aufgedrehtes Verhalten könnte kindisch wirken, als sind wir ruhig, bestimmt und ernst. Aber wieso? Dann ist es eben kindisch! Ist doch toll! Wieso also nicht auch wie Kinder laut loslachen, herumtanzen, Grimassen schneiden, Witze machen und einfach mal Spaß haben?
Mädchen, Kindheit, Spaß, Glück, Park, Kind
  • Kreativ sein & Fantasie nutzen.
    Wer nicht gerade in einem kreativen Beruf unterwegs ist, dem steht ein ziemlich eintöniger Alltag bevor. Der Job kann noch so viel Spaß machen, doch fantasievoll ist er sehr wahrscheinlich nicht. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, doch der Durchschnitt ist ziemlich grau, langweilig und trist.
    Das Kind hingegen schlüpft in Verkleidungen oder denkt sich einfach so spannende Geschichten aus. Es ist ein Zauberer, eine Prinzessin, oder was auch immer. Es malt, weil es ihm Spaß macht und nicht, damit es dies auf Instagram posten kann, oder damit es perfekt aussieht. Also: einfach mal kreativ sein und die Fantasie wieder nutzen!
  • Emotionen deutlich zeigen.
    Viele Menschen unterdrücken ihre Emotionen. Sie wollen nicht verletzlich sein, oder sie wollen als seriös gelten. Aber Emotionen wollen gelebt werden!
    Kinder machen es vor: Lachen, Weinen, Schreien, anhänglich sein, Ekel usw. Das tut gut und ist so wichtig, um keine Fassade aufzusetzen. Also lasst es manchmal auch einfach mal raus!  (nur kleiner Tipp: in manchen Umfeldern ist das wohleher nicht anzuraten, wie z.B. in einem wichtigen Meeting o.ä. :-D)
Baby, Weinen, Kind, Kleine, Trauer, Traurig

Habt ihr noch weitere Ideen, was wir uns bewahren sollten? Ganz bestimmt! Nur raus damit – übrigens wieder etwas: Einfach mal trauen, etwas direkt zu sagen und nicht alle Konsequenzen abzuwägen, kann oft sehr gut tun. Nicht in allen Fällen, aber in sehr vielen. Und in diesem Sinne: einen direkten, fröhlichen Austausch mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht 😉

Verfasst von

Komm mit in meine bunte und chaotische Welt! Ich lass dich an meinen psychologischen und philosophischen Gedanken teilhaben, gebe dir zu den unterschiedlichsten Themen Tipps und stelle dir meine neuesten Bücher vor. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

6 Kommentare zu „Das Kind bewahren. Wieso „erwachsen“ langweilig ist

  1. LYREBIRD: „Ich bin dafür, dass wir uns alle das Kind in uns bewahren sollten.“

    Hi.

    Warum etwas bewahren wollen oder sollen,
    was eh zeitlebens nicht verschwinden wird?

    Das innere Kind ist immer da.

    Das Einzige, was uns passieren kann, ist, daß wir es vergessen,
    daß wir in all der Hektik anfangen, die Dinge ernst zu nehmen.

    Aber… sobald wir uns erinnern, können wir
    augenblicklich umschalten auf Leichtigkeit.

    Allen einen 🌾
    heiteren Sonntag!

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  2. Was man von Kindern lernen kann ist das man sich überraschen lassen kann – auch von den kleinsten Dingen. Der Weg zum Kindergarten kann unendlich lang werden, wenn man eine Pflanze entdeckt, die zwischen Pflastersteinen wächst oder einen Käfer, der über den Asphalt krabbelt.

    Gefällt 1 Person

  3. ‚Meine Worte“… Ja, ich habe es noch in mir, das Kind im Mann. Ja ich lasse es auch zu das es Kind sein kann. Denn was machen Kinder denn sonst als zu lernen, ausprobieren und einfach“zu sein“. Dinge die ein Erwachsener nach und nach in tauscht mit „Existenz sichern“, abwägen, anpassen, sich einfügen in „das System“ und so viele Dinge mehr die einen Menschen von einem „freien“ Leben Schritt für Schritt entfernen. Älter werden ist nix für Feiglinge, aber ich merke doch auch das älter werden mir die Möglichkeit eröffnet immer mal wieder Kind sein zu können. Ist eben das Selbige denn hier und da in den Brunnen gefallen, so what, wozu hat man(n) denn die geballte Lebenserfahrung, um das dann nicht korrigieren zu können.

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