Der eigene Geburtstag. Wieso er irgendwann an Bedeutung verliert

Heute ist mein Geburtstag. Darum feiern wir? Wirklich feiern werde ich heute nicht. Es steht ein gemütlicher Tag mit ein paar Freunden an. Nun gut, Corona lässt ja sowieso nicht mehr zu – aber selbst ohne eine Pandemie hätte ich meinen heutigen Tag nicht größer zelebriert. Mein Geburtstag ist für mich einfach nicht mehr so weltbewegend, wie er es als Kind noch gewesen ist. Doch wieso ist das so, wieso verliert der eigene Geburtstag irgendwann an Bedeutung?

Der Geburtstag verliert an Bedeutung

Als Kind sind Geburtstage immer noch etwas Tolles. Man liegt wach im Bett, kann es kaum warten, bis der Tag beginnt. Das Gefühl, einen eigenen Tag zu haben, ist einfach schön. Die Aufregung ist groß. Was für Geschenke werden es sein? Wird es das eine sein, das man sich so sehnlichst wünscht? Und wie wird das Treffen mit den Freunden? Welchen Kuchen wird es geben?

Natürlich feiert jedes Kind seinen Geburtstag etwas anders und jede Familie hat ihre eigene Art. Die einen bekommen mehr Geschenke, die anderen weniger. Die einen erhalten einen Kuchen von Mama, bei den anderen gibt es ein ausgiebiges Frühstück. Bei den nächsten steht eine große Feier mit Freunden an, bei den anderen nur eine kleine Runde mit der Familie. Doch egal was es ist: die Aufregung und Freude ist allen Kindern gleich.

Ich weiß noch, wie ich als Kind schon sehr früh wach geworden bin, vor lauter Aufregung. Ich war schon immer, und bin es noch, eine Frühaufsteherin. Doch an meinem Geburtstag war es noch früher. Der Tag fühlte sich einfach ganz anders an. Ich konnte es kaum abwarten.

Und nun? Jetzt wache ich auf und vergesse selbst fast, dass heute mein Geburtstag ist. Ich freue mich über Geschenke, aber nicht in dem gleichen Ausmaße wie als Kind. Meist habe ich nicht mal große Wünsche, weil ich meiner Meinung nach bereits alles besitze, das ich brauche. Klar, es gibt immer wieder mal den einen oder anderen Wunsch, der mich sehr glücklich macht. Doch das hält sich in Grenzen. Ich bin glücklich mit dem, was ich habe. Und ich arbeite neben meines Studiums und kann mir somit auch unter dem Jahr gelegentlich etwas leisten, das ich haben möchte. Das Treffen mit Freunden ist schön, aber auch das kann ich selbst auch unter dem Jahr für mich vereinbaren.

Liegt darin der Unterschied? Dass ich mich schon an Geschenke und Freunde gewöhnt habe? Dass ich mir mittlerweile vieles selbst leisten kann, oder dass meine Freunde auch so immer verfügbar sind?

Der Alltag überschattet den Geburtstag

Grundlegend lässt sich sagen: Dies spielt definitiv eine große Rolle. Denn als Kind waren Geschenke einfach immer etwas ganz tolles, weil man (zumindest ich) auf die Wünsche ein Jahr lang warten musste und sich nichts selber leisten konnte. Doch es ist nicht nur das. Ich würde behaupten eine weitere, wahrscheinlich ebenso große, Rolle spielt als Erwachsener, dass die kindliche Freude ein bisschen abhanden bekommen ist. Und das sage ich mit großer Vorsicht, denn auch ich würde mich als Menschen bezeichnen, der sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen kann und somit ein Stück Kind bewahren konnte. Dennoch: es ist nicht das Gleiche. Als Kind blickt man mit anderen Augen auf die Welt. Und der Geburtstag ist ein Teil des Zaubers der Welt. Die Vorfreude ist groß, der Tag ist besonders und eben nicht wie jeder andere.

Als Erwachsener hingegen stehe ich an meinem Geburtstag genauso auf wie sonst auch. Ich kümmere mich um den Haushalt und andere Erledigungen, ich gehe vielleicht arbeiten oder in die Uni. Es ist ein Tag wie jeder andere – nur eben, dass ich an dem Tag vor 24 Jahren geboren wurde (zumindest im Jahr 2020 ;-)).

Hier liegt meines Erachtens das Hauptproblem: Der Alltag überschattet den eigenen Geburtstag. Selbst wenn der Tag etwas Besonderes werden kann, mit der richtigen Einstellung und dem Planen schöner Dinge, so ist man einfach trotzdem noch Erwachsener. Mit all den Pflichten, die dies mit sich bringt.

Aber dennoch: Ich freue mich auf den heutigen Tag mit meiner Familien und meinen Freunden. Ich freue mich darauf, seit 24 Jahren auf der wunderschönen Welt zu sein und was noch alles kommen wird. Vielleicht nicht mehr mit der gleichen Freude, wie als Kind. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein, sondern es ist einfach anders. Eine andere Art Geburtstag. ❤

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Komm mit in meine bunte und chaotische Welt! Ich lass dich an meinen psychologischen und philosophischen Gedanken teilhaben, gebe dir zu den unterschiedlichsten Themen Tipps und stelle dir meine neuesten Bücher vor. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

22 Kommentare zu „Der eigene Geburtstag. Wieso er irgendwann an Bedeutung verliert

  1. Alles gute zum Geburtstag. Ich habe keine Lust meinen Geburstatg zu feiern. Das geht sogar soweit, dass ich meinen Freunden nicht sage, wann dieser Tag liegt. Ich sehe einfach keinen Grund den zu feiern und möchte nicht, dass irgendjemand darein fuscht.

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  2. Alles Gute zum Geburtstag. Ich feiere auch nicht, seit ich erwachsen bin. Nett essen gehen mit meinem Mann, aber mehr muss nicht sein. Allerdings mache ich seit etlichen Jahren eine Woche Urlaub um den Tag herum und verbringe diesen mit meiner Mutter an der Ostsee. Gemeinsame Zeit ist am wichtigsten.
    Liebe Grüße, Susanne

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  3. Das hast du sehr schön zusammengefasst! Ich finde es irgendwie ein bisschen schade, dass sich das so verändert. Ich vermisse diese Geburtstags-Aufregung, die ich als Kind immer hatte.

    Dennoch: Ich wünsche dir alles Liebe zu deinem Geburtstag und hoffe du hast heute einen schönen Tag, den du genießen kannst.

    Liebe Grüße,
    Luna

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  4. Erst mal: Alles Liebe zum Schlüpftag! Schön, dass du es bis hierher geschafft hast und noch immer mit wachen Augen und Mut im Herzen weitermachst!😘❤️

    Nun zu Deinem Beitrag. Also eine lange Zeit hatte ich meinen Geburtstag auch eher vergessen, meine Großeltern haben sich echt Mühe gegeben, aber natürlich fehlte meine Mum einfach. Die Geburtstage bei ihr waren toll, abends hat sie Girlanden vor meine Tür gehängt, es gab Frühstück vor der Schule… Lang nicht mehr dran erinnert…

    Naja, aber als ich meinen Drachen kennengelernt habe wurde es etwas verrückt, er hasste seinen Geb. Es durfte nicht gefeiert am Besten nicht mal erwähnt werden. Ich weiss nicht wann, einige Jahre später änderte es sich. Und begann damit, das ich an meinem Geb alles machen durfte was ICH wollte, und er einen Tag nur für MICH da war. Das haben wir dann auf seinen Geb ausgeweitet. Nun haben wir beide an diesen Tagen immer frei und geben dem anderen einen Tag. Geschenke gab es bis letztes Jahr überhaupt keine, war eben kein Money dafür da. War auch echt egal. Seit dieser. Abmachung, freue ich mich sehr auf unsere Geburtstage. Es sind immer noch ganz Besondere Tage. Da ich schon oft dachte es geht nicht weiter, will ich diesen Tag auch weiterfeiern. Nicht mit anderen, aber mit meinem Drachen. Es ist ein Achievement für mich.

    Es liegt halt echt an der Einstellung. Ich will uns auch nicht vergleichen oder so. Bei uns ist es halt iwie so gelaufen und nun ist es ein tolles Ritual 2x im Jahr, an dem jeder angenommen ist und einen Tag alles Dumme vergessen darf🤣

    Liebe Grüße
    Jeraph
    (ich hoffe du hast auch so herrliches Wetter wie wir und hast einen unbeschwerten Tag!)

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    1. Vielen lieben Dank!
      Mein Tag ist ganz anders als geplant, aber dennoch bis jetzt sehr schön. Ich versuche meist mit nicht zu großen Erwartungen in den Tag hinein zu gehen, dann werde ich erst recht positiv überrascht 😊

      Eure Abmachung gefällt mir richtig gut!! Solche Tage gibt es im Alltag sowieso viel zu selten. Dann habt ihr endlich mal Zeit für alles, worauf jeder von euch Lust hat. Da braucht es auch keine großen Geschenke. Materielle Geschenke zumindest. Denn die Zeit füreinander und miteinander ist ja schon Geschenk genug 😍

      Ganz liebe Grüße
      Janne

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  5. Alles gute zum Geburtstag. Als wir jünger waren – jung bist Du ja noch immer – war alles neu und jeder Geburtstag hatte eine ganz besondere Bedeutung, wie Weihnachten, Ostern und all die anderen Feste. Während wir die anderen Feste mit anderen teilen mussten, gehörte der Geburtstag immer uns ganz alleine. Ich habe viele schöne Erinnerungen an diesen Tag. Tatsächlich nimmt die Begeisterung für diesen Tag langsam ab. Es werden uns keine Kuchen mehr gebacken, keine Girlanden mehr aufgehängt, keiner singt mehr ein Ständchen. Dagegen gibt es nur zwei Gegenmittel: entweder wir leben mit dem Partner zusammen, der das alles für uns mascht, oder wir beschenken uns an diesem Tag selber. Zum Erwachsenwerden gehört das einfach dazu. Aber liegt nun an uns aus diesem Tag etwas Besonderes zu machen. Gönn Dir was, erlebe etwas schönes und behalte den Tag in guter Erinnerung! Alles Gute!

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  6. 🌻🌻💚💚🎵🎵🎀🎀🍬🍬

    Janne, alle guten Wünsche zu Deinem heutigen Purzeltag!

    🌻🌻💚💚🎵🎵🎀🎀🍬🍬

    Was ist der Unterschied?

    In der Welt der Kinder sind Dinge selbstverständlich und in der Welt der Erwachsenen ebenso. Nur sind es verschiedene.

    Als Kind ist der Einfluß auf einen Kauf des Ersehnten sowie das Treffen mit den Freunden meistens sehr begrenzt. Wie Du es bereits schreibst.

    Für Erwachsene erhalten – auch aufgrund anderer Möglichkeiten – andere Dinge, wie Gesundheit, Zufriedenheit etc., eine größere Bedeutung. Eltern oder Großeltern stehen bei einer Erkältung nicht mehr an der Seite. Ein solches Tal ist selber zu meistern.

    😉 So kommt alles zu seiner Zeit.

    vG 032F

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  7. Ich bin seit dem 16. September … ach lassen wir das. Hab noch nie gefeiert, da meine Eltern leider bei den Zeugen Jehovas waren, die Geburtstage hassen und ich muss mich jedes Jahr zusammenreißen, wenigstens den Kindern eine kleine Geburtstagsparty zu schmeißen. Ich kenn es zwar nicht, aber ich brauch es nun auch nicht mehr. Mir gratuliert bis heute fast keiner, weil ich eh nicht älter werde. Nur besser 🙂

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    1. Ach, da trifft doch sowieso der Spruch zu: Man ist nur so alt, wie man sich fühlt 😉
      Aber spannende Geschichte, die du hier mit uns teilst! Diesen Aspekt, den der Religion und des Glaubens, habe ich in meinem Beitrag noch gar nicht aufgegriffen. Danke für dein Ergänzen 🙂

      Es muss ja auch keine Feier sein, es muss ja nicht einmal ein besonderer Tag für jemanden sein. Hauptsache man freut sich an anderen Tagen darüber, dass man auf der Welt ist 😉

      Herzliche Grüße
      Janne

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      1. Dieser „Glaube“ war auch kein „Glaube“ eher sich „einlullen lassen“ den Kindern das Leben versauen und später selbst rausgeworfen werden..weil man es halt gar nicht geglaubt hat. Ich reagiere heute noch allergisch, wenn Z.J. vor der Tür stehen. Hab das über 20 Jahre von innen angeschaut. Heuchler.. ,)

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