Fahrradliebe. Wieso es sich lohnt, öfter mal den Drahtesel zu nehmen

Du fährst los, spürst den Wind in deinem Gesicht. Du merkst, wie deine Muskeln arbeiten und dein Herz schneller pumpt. Langsam wird dir warm und dein Atem beschleunigt sich. Da ist es wieder: das Gefühl von Freiheit. Kennst du es auch? So kann sich Fahrrad fahren anfühlen. Eine kleine Hommage an das Fahren mit dem Drahtesel.

Ein Ausflug in die Geschichte

Das Fahrrad, wie wir es heutzutage kennen, wurde erst um 1878 gebaut. Zuvor gab es das Hochrad, das nicht nur speziell aussieht (für unsere Augen zumindest, weil wir es nicht so kennen), sondern auch speziell fuhr. Es war eine wackelige und sehr schnelle Angelegenheit und definitiv nicht für jeden geeignet. Doch dann kam das erste Fahrrad, bei dem das Hinterrad mit einer Kette betrieben wurde und endlich konnte auf das überdimensional große Vordergrad verzichtet werden. Die (Weiter-)Entwicklung des Fahrrads nimmt seinen Lauf. Erst 1981 wird das Mountainbike auf den Markt gebracht – mittlerweile zählt Mountainbiking zu einem beliebten Sport. (Wer mehr über die Geschichte des Fahrrads lesen möchte, findet einen nette Beitrag bei Planet Wissen.) Und nun gibt es etliche E-Bikes (die bei Steigungen gemütlich an mir vorbeirasen, während ich mich abmühe :-D). Doch was macht den Reiz des Fahrrads aus? Mittlerweile gibt es so viele andere Mobilitätslösungen, wieso dennoch weiterhin das Fahrrad?

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Die Liebe zum Fahrrad

Ganz einfach: Das Fahrradfahren ist nicht nur meist schneller, sondern auch bequemer. Meistens zumindest. Stelle dir vor du kannst zwischen einer Fahrt in einer völlig überfüllten Straßenbahn und einer kurzen Fahrt mit dem Rad an der frischen Luft wählen. Was nimmst du? Sehr wahrscheinlich Variante zwei. Das Fahrrad ist natürlich auch nicht an Fahrpläne gebunden, braucht keinen teuren Parkplatz und das Transportieren von (mittelschwerem) Gepäck fällt auch leichter als zu Fuß. Und natürlich sollte an dieser Stelle auch die Umwelt genannt werden: keine Emissionen, sondern lediglich dein Atem, der sowieso in der Luft gewesen wäre. Viele positive Dinge also. Dennoch gibt es natürlich, gerade bei schlechterem Wetter, auch einige Nachteile. Wenn ich nasse Hosen & Schuhe, gefühlt gefrorene Hände und Schwitzanfälle im Winter, sobald man in einem warmen Raum angekommen ist, nenne, weiß jeder regelmäßiger Radfahrer Bescheid. Wirklich bequem scheint es dann nicht mehr zu sein, auf dem Rad. Und wer das Fahrrad als Transportmittel zur Schule, Uni oder Arbeit nutzt, weiß auch, wie unangenehm es sein kann, verschwitzt am Platz zu sitzen. Das Duschen zuvor scheint umsonst gewesen zu sein. Oder wer mit dem Fahrrad zu einer Verabredung fährt, ärgert sich vielleicht darüber, dass die Frisur nicht mehr annähernd so aussieht, wie eigentlich zu vor hergerichtet und geplant. Wieso fahren wir dennoch weiter?

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Auch diese Antwort lässt sich schnell finden. Fahrradfahren ist der Inbegriff der Freiheit. Es ist teils mal anstrengend, aber meist funktioniert das Fahren wie von alleine. Die Beine treten rhythmisch, es ist schon fast meditativ. Die Gedanken können abschweifen, der Körper übernimmt den Rest. Wenn der Fahrtwind einem entgegen weht, kann auch gut und gerne mal der eine oder andere nervige Gedanke oder auch Stress für eine kurze Zeit einfach mal aus dem Kopf gepustet werden. Du bist eins mit der Natur. Kein Fahrplan zwingt zur Eile, keine Menschen nerven in einem Bus oder der Straßenbahn. Kein Stau auf den Straßen. Nur das Fahrrad und du.

Verfasst von

Komm mit in meine bunte und chaotische Welt! Ich lass dich an meinen psychologischen und philosophischen Gedanken teilhaben, gebe dir zu den unterschiedlichsten Themen Tipps und stelle dir meine neuesten Bücher vor. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

9 Kommentare zu „Fahrradliebe. Wieso es sich lohnt, öfter mal den Drahtesel zu nehmen

  1. Danke für den inspirierenden Blog. Wenn ich nach der Arbeit mit dem Fahrrad nach Hause fahre, kann ich sehr gut die Herausforderungen des Alltags loslassen. Der Wind im Gesicht und dass ich ab und zu ausser Atem bin, hilft dabei. Das schönste ist – das darf auf keinen Fall empfohlen werden – fahren mit toller Musik oder einem Hörbuch in den Ohren. Im Moment höre ich Momo von Michael Ende und Musik von Coldplay. Wenn Viva la Vida ertönt, radelt es sich gleich viel leichter.

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  2. Ja, Fahrrad fahren ist wirklich gut. Ich wohne in der Großstadt und bei mir ist es gleich, ob ich mit dem Rad, mit dem Auto oder dem ÖPNV fahre, ich brauche immer etwa eine Stunde. Der ÖPNV fährt einen Umweg, mit dem Auto ist oft Stau, sodass ich mir einen Puffer einplanen muss. Dann lieber doch gleich mit dem Rad fahren, dann habe ich wenigstens schon einmal meinen Sport gemacht, Ich habe mir fürs nächste Schulhalbjahr vorgenommen, solange es nicht zu glatt oder zu kalt wird, dass ich dann noch mit dem Rad zur Arbeit fahre. Ich habe auch noch den Vorteil, dass mich eine liebe Kollegin begleitet.

    https://uberlaufer.wordpress.com/2020/06/28/den-damonen-davonfahren/

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