Einfach mal mies drauf – Wieso wir nicht immer die beste Laune haben müssen

Ich habe mich letztens erwischt, dass ich mich über mich selbst geärgert habe. Nicht weil ich irgendetwas Dummes getan hätte, oder etwas vergessen hätte. Nein. Schlichtweg weil es mir nicht gut ging. Um es konkret zu sagen: ich war einfach mal mies drauf.

Ich würde mal kühn behaupten, dass jeder, wirklich jeder, mal schlecht gelaunt ist. Vielleicht jetzt ja sogar öfter – kein Wunder bei dem ganzen Corona-Kram. Aber wieso ärgere ich mich dann darüber? Wieso schäme ich mich dafür, versuche es zu verdrängen? Gute Frage. Und vor allem eine wichtige Frage. Denn keiner sollte sich über sich selbst ärgern, wenn mal die Stimmung kippt. Jeder hat mal einen schlechten Tag.

Regen, Traurig, Trauer, Schlechtes Wetter, Nass, Grau

Natürlich weiß ich, dass ich an solchen Tagen wirklich nicht angenehm bin. Ich quengel, bin knatschig und leicht reizbar. Doch das heißt nicht automatisch, dass ich als Person nun vesage oder unerträglich bin – es ist nur ein Tag, oder ein paar in Folge.

An dieser Stelle sollte unbedingt erwähnt werden: wer dauerhaft „miese Laune“ hat, sollte sich am besten ernsthaft fragen, ob es nicht doch ein paar grundlegendere Dinge gibt und eventuell eine Depression im Anmarsch ist. Nehmt dies bitte nicht auf die leichte Schulter und sucht euch dann unbedingt Hilfe.

Doch für jeden, der einfach mal schlechte Laune hat, möchte ich Tipps geben, wie man selber wieder aus dem Loch herauskommt, oder welche Einstellung am besten ist, um solche Tage gut zu überstehen.

Der richtige Umgang mit schlechter Laune

Wie gesagt: Schlechte Laune per se ist nichts Schlimmes. Manchmal sogar im Gegenteil. Sie zeigt, dass vielleicht irgendetwas gerade nicht stimmt. Oder aber sie ist einfach Stimmungsschwankungen zu verdanken (was bei mir als Frau leider sehr regelmäßig passiert… 😉 ). Vielleicht können dir folgende Gedanken helfen:

Du musst nicht produktiv, gut gelaunt und perfekt sein, um gut zu sein. Du darfst einfach sein. Und das eben manchmal auch mies gelaunt.

Schlechte Gefühle und schlechte Stimmung gehen vorbei. Du musst nicht immer aktiv dagegen vorgehen, sondern darfst auch einfach abwarten, bis die Gefühle nachlassen.

Dagegen ankämpfen? Ist kein Muss! Leg dich ruhig auf die Couch, heule, oder box gegen einen Boxsack (oder Kissen) und lass deine Wut raus. Was auch immer es ist, es darf da sein.

Du bist nicht deine Gefühle. Auch wenn du dich gerade armselig und schrecklich fühlst – du bist viel toller als das. „Das“ ist einfach nur eine Stimmung, ein Gefühl.

Du fällst anderen nicht zur Last, wenn du mal nicht gut gelaunt bist. Du bist auch nur ein Mensch, genau wie deine Familie, Freunde oder dein Partner. Sie wissen das und sind bestimmt sehr gerne für dich da, genauso wie du für sie an einem schlechten Tag da bist.

Gerade in schwierigen Zeiten (wie z.B. Corona-Krise oder anderer Schicksalsschlag), hast du schon genug mit Angst oder Sorgen zu tun. Mach dir nicht auch noch Druck, nun perfekt zu sein. Lass los und versuche zu akzeptieren.

Du musst dich gerade nicht lieben (egal, was andere mit „Love yourself“ noch so predigen). Du kannst auch einfach nur versuchen, dich so, wie du gerade bist, so akzeptieren. Das reicht vollkommen aus.

Tipps, um aus dem „Loch“ herauszukommen

Wenn du trotzdem die schlechte Stimmung loswerden willst, dann kannst du aktiv werden. Du wirst dich wundern, wie hilfreich diese kleinen Tipps sein können.

  • Mach dir eine stimmungshebende Musik an, vielleicht ja deinen Lieblingssong, und drehe die Lautstärke auf. Und dann hüpf einfach mal drauf los und tanze. Es muss keine perfekte Choreographie sein, sondern einfach nur wildes Herumhampeln. Am Anfang fühlt es sich noch komplett falsch an, aber spätestens ab dem zweiten Song hebt sich deine Stimmung, versprochen!
  • Nimm einen Stift und klemm ihn zwischen die Zähne, als würdest du richtig schlecht grinsen. Doch das Grinsen wirkt. Wenn du das zwei Minuten durchhältst, dann verbessert sich automatisch auch deine Laune, da dein Gehirn nicht unterscheidet zwischen Grinsen, weil du gute Laune hast, oder weil da gerade ein Stift zwischen deinen Zähnen klemmt.
  • Manchmal sinkt die Laune, wenn man zu lange vorm Fernseher oder Computer hängt. Also mach bewusst etwas anderes. Wie wäre es mit Putzen? Du bist abgelenkt, bewegst dich etwas und hast danach sogar ein kleines Erfolgserlebnis.
  • Frische Luft tut immer gut. Also raus mit dir, vielleicht mit guter Musik oder einem Podcast. Nach ein paar Schritten wird es dir oft schon leicht besser gehen. Wenn nicht, dann hast du wenigstens etwas deine Gelenke mobilisiert 😉
  • Schreib alles raus, was dich nervt. Das „Auskotzen“, wie man so schön auf Neudeutsch sagt, ist der perfekte Begriff dazu. Also raus damit. Nicht in Schönschrift, sondern hingekritzelt. Vielleicht drückst du auch ganz fest auf dem Papier auf und wirst so deine Wut los? Dir sind keine Grenzen gesetzt.

Wie geht es euch denn gerade? Kennt ihr diesen Ärger über einen selbst oder die Scham, wenn man sich mal schlecht fühlt? Habt ihr noch andere Tipps? Ich freue mich von euch zu hören ❤

Verfasst von

Komm mit in meine kleine, bunte Welt! Ich lass dich an meinen Gedanken über das Leben teilhaben und stelle dir meine neuesten Bücher vor. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

12 Kommentare zu „Einfach mal mies drauf – Wieso wir nicht immer die beste Laune haben müssen

  1. Schöner Post! ❤
    Mir hilft es in Zeiten, in denen ich zu schlechter Laune neige, einfach zu akzeptieren, dass ich jetzt schlecht gelaunt bin und mir auch erlaube es zu sein – natürlich ohne andere Menschen zu beleidigen, haha. Aber diese Selbstakzeptanz hilft ungemein und vor allem auch die Achtsamkeit. Manchmal tut es gut, in die schlechte Laune hereinzuspüren, weil dann erst klar wird, was eigentlich der Auslöser dafür ist (sofern es einen gibt) und oft ist der Auslöser total banal, was die schlechte Laune dann entweder mindert oder wenigstens nachvollziehbar macht. Danke für Deinen Einblick, es war sehr interessant!
    Hab einen tollen Sonntag,
    Leni x

    Gefällt 1 Person

  2. Toller Beitrag von dir, der vielen sicherlich helfen wird – besonders jetzt! Ich finde es gut, dass du über solche Dinge schreibst. 🙂 Vieles davon habe ich schon vorher ganz unbewusst getan: putzen und den ganzen Mist rausschreiben zum Beispiel. Bei solchen Dingen hilft es sehr gut, ein Tagebuch zu führen. Damit habe ich als Teenie meine erste depressive Episode überwunden.

    Liebe Grüße
    Lydia

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Lydia, vielen vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Es freut mich sehr, dass dir mein Beitrag gefällt und du ihn hilfreich findest.
      Wenn du einen Ausweg ganz intuitiv findest, ist das ja umso besser!
      Tagebuch schreiben ist so wertvoll! Ich habe auch vor kurzem erst einen längeren Beitrag darüber geschrieben. Es freut mich sehr, dass du für dich bereits Wege gefunden hast, wie du mit mieser Laune (und anscheinend sogar depressiven Episoden, herzlichen Glückwunsch dafür!) umgehen kannst.

      Herzliche Grüße,
      Janne

      Gefällt 1 Person

  3. Das ist so ein toller und wichtiger Beitrag! Dieses Gefühl hatte sicher jeder schon einmal und es ist super zu zeigen, dass man sich da nicht zwingen muss motiviert zu sein und bessere Laune zu haben, sondern diese miese Laune auch mal rauszulassen. Und die Tipps sind sehr gut! 👍😍

    Gefällt 1 Person

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