[Rezension] Unverblümt im Sommerwind

„Lügen haben kurze Beine“ – ein Sprichwort, das wohl in vielen Lebenslagen zutrifft. Für Judith jedoch nicht. Sie kommt erst gar nicht in prekäre Situationen, in denen kleinere oder größere Lügen aufgedeckt werden könnten. Denn: Judith kann nicht lügen. Nicht einmal die kleinste Notlüge.

Klingt zunächst nach einem sehr ehrlichen Menschen, doch für Judith ist dies eine große Belastung. So sagt sie einer Kundin ehrlich, dass die Designerjeans ihr absolut nicht steht. Oder sie gibt zu, dass sie ihre Miete partout nicht zahlen kann. Und schon verliert sie Job und Wohnung. Dies ist nicht das erste Mal, dass ihr das passiert ist. Schon so häufig hat sie sich selbst ein Bein gestellt, da sie einfach nicht lügen kann.

Kurzerhand beschließt sie zu ihrem Onkel Olaf auf die Nordseeinsel Amrum zu fahren, um einen freien Kopf zu bekommen und sich zu überlegen, wie es weiter geht. Und vor allem: wie sie endlich das Lügen lernt.

Titel: Unverblümt im Sommerwind

Autorin: Simone Veenstra

Verlag: HEYNE

Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-453-42371-8

Auf der Insel trifft sie nicht nur auf den Hund namens „Hund“ – sehr einfallsreich, ja – und andere Menschen, die mindestens genauso schrullig sind, wie Judith es manchmal sein kann. Sie findet auch ein Tagebuch von Teda, die im Jahr 1900 auf der Insel Föhr geboren wurde. Sowohl ihre neuen Freunde als auch das Tagebuch helfen ihr dabei, ihr Vorhaben umzusetzen, oder es sogar eventuell neu zu überdenken…

Ein nettes Buch mit interessanten geschichtlichen Einblicken

Mir hat das Buch grundlegend sehr gut gefallen. Die Personen sind mir sofort sympathisch gewesen, da sie allesamt eben nicht perfekt sind. Wenn man sich dann sowieso schon nach dem Meer sehnt, kommt „Unverblümt im Sommerwind“ wie gerufen. Die Charaktere sind einfach herzlich und die Geschichte in der Gegenwart nett geschrieben. Wahrscheinlich würde mir das Buch gar nicht groß in Erinnerung bleiben, wäre da nicht der Wechsel zwischen der Gegenwart und dem Leben von Teda.

Die Geschichte von dieser jungen Frau, die versucht ihren Traum als Künstlerin zu arbeiten zu verwirklichen, nimmt einen mit. Hier ist nicht alles rosig und vorhersehbar, wie der restliche Teil des Buches manchmal wirken kann. Es werden die Schwierigkeiten für Frauen der damaligen Zeit dargestellt, die ihre Träume umsetzen wollten. Und es wird auch, wenn nur abschnittsweise, deutlich, welchen Einfluss der Krieg auf das Leben Einzelner haben kann.

Wenn man mal von dem Hund „Hund“ absieht, der später einen sehr skurrilen Namen bekommt, dann ist dies alles in allem ein Buch, das ich empfehlen kann. Es macht Lust auf Insel, auf Freundschaften und auf Ehrlichkeit.

Verfasst von

Komm mit in meine bunte und chaotische Welt! Ich lass dich an meinen psychologischen und philosophischen Gedanken teilhaben, gebe dir zu den unterschiedlichsten Themen Tipps und stelle dir meine neuesten Bücher vor. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

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