[Rezension] Wege ihrer Sehnsucht

„Wo sich unzählige Wege kreuzen, werden zwei Schicksale für immer verbunden…“ heißt es auf der Rückseite des Buches „Wege ihrer Sehnsucht“. Was für ein treffendes Zitat für dieses Meisterwerk eines Romans. Gerade jetzt kann es nicht schaden, die aktuelle Zeit einfach mal zu vergessen und in andere Zeiten abzutauchen. Reist gemeinsam mit mir zunächst in das New York der 1920er.

Fiona Davis gewährt uns Einblick in das Leben der jungen Illustratorin Clara Darden, die in der Grand Central School of Art Kunst im Bahnhofsgebäude unterrichtet. Die junge Frau möchte sich beweisen und zeigen, dass sie eine begabte Künstlerin ist – ein Vorhaben, das als Frau zu diesen Zeit kein leichtes war. In der Kunstwelt der 1920er galten Frauen oft lediglich als Muse und hübsches Anhängsel von Männern, nicht als Künstler selbst. Sie kämpft sich durch Hochzeiten und absolute Tiefpunkte der Wirtschaft in New York. Doch 1931 scheint sie spurlos verschwunden.

Von dem einst glanzvollen Bahnhofsgebäude ist Jahre später nur wenig übrig. Es ist heruntergekommen, dreckig und voller abstruser Gestalten. Folgt mir in das Jahr 1974, in dem Virginia ein ebenso trostloses Leben führt, wie der Bahnhof ein trostloses Dasein fristet. Sie findet in eben jenem Gebäude einen neuen Job und entdeckt langsam die alte Schönheit wieder. Sie gelangt durch Zufall in die alten Räume der Kunstakademie und stößt dort auf die Spur von Clara Darden. Eine spannende Suche beginnt, die das Leben von so viele verändern kann.

Titel: Wege ihrer Sehnsucht

Autorin: Fiona Davis

Verlag: Goldmann

Preis: 10,00€ (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-442-48903-9

Dieser Roman hat mich mitgerissen. Ich konnte ihn nicht mehr aus der Hand legen und hatte beim Lesen das wunderbare Gefühl, Teil der Geschichte zu sein. Die Bilder entstanden wie von selbst in meinem Kopf, so dass ich teilweise gar nicht mehr realisiert habe, dass ich lese – es fühlte sich viel mehr an, als wäre ich mitten in einem Film.

Fiona Davis gelingt es nicht nur zwei Geschichten von zwei so unterschiedlichen Frauen miteinander zu verweben. Sie schafft es auch, tiefe und überzeugende Einblicke in andere Zeiten zu geben, ohne wie ein Geschichtsbuch zu wirken. Man lernt die Rolle der Frau zu verschiedenen Zeiten kennen und sieht, wie sie sich weiterentwickelt. Man erfährt die Gedanken und Sorgen, die zu der Zeit der Wirtschaftskrise oder zu Zeiten der hohen Inflation vorherrschten. Und vor allem taucht man ab in eine wundervolle Geschichte, die einen Hoffnung macht auf das Gute im Menschen.

Der Roman „Wege ihrer Sehnsucht“ wird wohl zu einem neuen Lieblingsbuch werden. Ich habe mitgefiebert, mich aufgeregt, wenn etwas nicht so geklappt hat, wie ich es mir gewünscht habe, und mich mit Tränen in den Augen gefreut, wenn ein Plan aufgegangen ist. Ich kann dieses Buch nur jedem wärmstens ans Herz legen.

Verfasst von

Komm mit in meine kleine, bunte Welt! Ich lass dich an meinen Gedanken über das Leben teilhaben und stelle dir meine neuesten Bücher vor. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

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