Das perfekte Ich? – Eine Kritik am Optimierungswahn

Sei es in Zeitschriften, Büchern oder im Internet – überall wird das perfekte, bessere Leben versprochen, wenn man sich nur an gewissen Ratschlägen orientiert.
So schreiben zahlreiche Redakteure in den typischen Frauenmagazinen, auf was Männer wirklich stehen. Schnell wird also Hand angelegt, die Haare speziell frisiert und ein neuer Stil muss auch noch gleich her. Alles ist optimierbar, sogar die richtige Mimik und Gestik.
Jedoch zugleich drängen die Medien stets darauf: Bleib ganz du selbst!
Also doch wieder mal in Jogginghose auf der Couch entspannen, anstatt sich die Haare herauszureißen oder sich im Fitnessstudio zu verausgaben?
Aber dann müssen ja noch dringend die Hinweise zu einem gesunden Lebensstil beachtet werden! Und somit steht man doch wieder auf dem Laufband und schüttelt den Kopf über sich selbst und die Welt.
Selbst schreibtalentierte Menschen, die bereits unzählige „Optimierungsprogramme“ getestet haben, machen sich diesen krankhaften Zwang zur Perfektionen zu Nutzen und verfassen Weltbestseller, die das Traumgewicht oder den Traumjob versprechen, wenn man doch nur hart genug an sich arbeitet.
Auch ein Blick ins das Internet lohnt sich für Suchende. Motivierungssprüche, Ernährungspläne und das optimale Zeitmanagement, um neben Schule oder Beruf sowie Familie „nur noch kurz die Welt zu retten“, wie Tim Benzko es doch so treffend formuliert.
Der Wahn der heutigen Gesellschaft, perfekt auszusehen, den perfekten Job zu haben, die perfekte Beziehung zu führen und das perfekte Essen zu sich zu nehmen – und dies am besten alles gleichzeitig – artet aus.
Eigentlich ist doch nur eines wirklich wichtig: Man fühlt sich selbst in seinem Körper und Leben wohl. Ob dazu dann die neue sündhaft teure Tasche bzw. die neuste Technik oder die absolut perfekte Kleidung gehören, ist jedem selbst überlassen.
Doch diese materiellen Dinge sollten eher untergeordnet sein, denn viel bedeutender ist, man selbst zu sein, das Leben zu leben, das den eigenen Idealen entspricht und meisten: Glücklich zu sein. Nur dann kann man das Leben führen, das einem gefällt – auch ohne die ständigen Optimierungsvorschläge.

Verfasst von

Komm mit in meine bunte und chaotische Welt! Ich lass dich an meinen psychologischen Gedanken teilhaben, zeige dir mein Leben als Studentin und zeichne Handletterings was das Zeug hält. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

6 Kommentare zu „Das perfekte Ich? – Eine Kritik am Optimierungswahn

  1. Klar ist ein gesunder Lebensstil und ein wenig Engagement dem eigenem Körper/ Leben gegenüber nicht verkehrt. Genauso wenig ist es auch nicht verkehrt, am Sonntag auf der Couch eine Serie zu bingen oder mal ein Schnitzel mit Pommes Schranke zu verdrücken. Der richtige Ausgleich zwischen Beidem ist entscheidend und viele schwanken zu sehr in eine Richtung.

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  2. Ich muss ehrlich gestehen, ich schaue mir auf Pinterest gerne die Beiträge zum Stichwort „Selfimprovement“, also „Selbstoptimierung“, an. Aber das sind eher so Inspirationsquellen für mich. „Perfekt“ gibt es eben nun mal nicht im Leben. Das kann man vielleicht herbei schreiben, aber leben kann man das nicht. Ich denke, ich bin einfach eine Suchende nach den Dingen, die mich glücklich und zufrieden machen. Deshalb finde ich es spannend, was andere darüber schreiben, was ihr Weg ist, was sie gerne machen. Aber du hast vollkommen recht. Letztlich kann das nur Inspiration sein, denn die Tipps anderer muss man immer für sich selbst anpassen.

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    1. Wenn es für dich nur Inspirationsquellen sind und du merkst, dass sie dich nicht negativ beeinflussen, dann ist das doch vollkommen in Ordnung. Ich denke, dass da jeder anders mit umgeht und genau da ist dann der Haken – manche können es eben nicht nur als Inspiration sehen, sondern fühlen sich dadurch so unter Druck gesetzt und so unzulänglich, dass sie ständig das Gefühl haben, sich ändern zu müssen.

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  3. Ich glaube, dass vieler dieser „optimierenden“ Artikel und Fernsehsendungen dazu beigetragen haben, dass ich mich immer unwohler in meiner Haut gefühlt habe, gerade als Teenager, wo man einfach noch nicht weiß wer man ist. Es ist wie das ständige nicht genug sein und man versucht durch irgendwelche Tipps zu erreichen, dass man ernst genommen wird oder fälschlicherweise sogar glücklicher wird. Seit ich erkannt habe, dass ich nichts ändern muss, außer es tut mir wirklich nicht gut (und ich will es ändern), fällt eine riesige Last von mir und ich fühle mich genau richtig so wie ich bin. Man muss sich nur immer wieder daran erinnern, wenn man eine Werbung sieht, die einem wieder vom Gegenteil überzeugen will. Sehr schön zusammengefasst ❤

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    1. Danke für deinen Kommentar!
      Ganz genau, das ständige Gefühl nicht auszureichen, so wie man ist, kann viele unschöne Dinge schüren. Ich schließe mich dir da an – gerade als Teenager ist man besonders empfindlich und auch mich hat das sehr belastet.
      Und du hast genau recht: du musst nichts ändern, du bist genau richtig und wunderbar, so, wie du bist!

      Es freut mich sehr, dass dir mein Beitrag gut gefallen hat ❤

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