Bücher und Minimalismus – geht das überhaupt?

Auf LYREBIRD konntet ihr bereits über „Ausmisten“ und „Minimalismus“ lesen. Es kann gut tun, sein eigenes Konsumverhalten zu überdenken, nachhaltiger einzukaufen und vor allem alten Ballast loszuwerden.

Aber wie sieht das als Bücherliebhaber aus?

Ich persönlich liebe Lesen. Ich lese gerne, ich lese viel. Und bis vor kurzem hatte ich auch den Anspruch, die Bücher behalten zu können. Büchereien? Schön und gut. Aber dann gehört das Buch ja danach nicht mehr mir! Unvorstellbar.

Das Ergebnis: Über die Jahre hatten sich etliche Bücher angesammelt. Sehr sehr viele. Unglaublich viele. So viele, dass es mir fast schon peinlich gewesen ist. Denn ich habe einen Bruchteil davon ein weiteres Mal in die Hände genommen – alle anderen fristeten ein tristes Dasein in meinen Bücherregalen.

Im Zuge meiner Ausmist-Aktionen zum Jahresanfang, habe ich das Nachdenken angefangen. Lese ich die überhaupt irgendwann einmal? Was bringt es mir, dass diese Bücher nun in meinem Regal stehen? Wäre es nicht viel schöner, wenn sich jemand anderes noch daran erfreuen könnte?

Mein Entschluss stand fest: So kann es nicht weitergehen! Doch wie dann? Ich habe für mich verschiedene Dinge ausprobiert und nun für euch ein paar Vorschläge parat, wie ihr minimalistischer leben könnt und dennoch so viel lesen könnt, wie ihr möchtet.

Schritt 1: Alte Bücher „loswerden“

  1. Du hast nur wenige Bücher, die du weggeben möchtest? Dann ist ein Bücherschrank vielleicht eine Idee. Viele Städte bieten so etwas an: Jeder kann gebrauchte Bücher hinbringen und selbst wieder welche mitnehmen. So muss man nichts Neues kaufen und kann gleichzeitig Bücher kennenlernen, die man sonst eventuell nicht gekauft hätte.
  2. Nutze Plattformen wie zum Beispiel rebuy.de, um Bücher zu verkaufen, die du nicht mehr behalten möchtest.
  3. Gebe Bücher, die noch in einem guten Zustand und vielleicht auch aktueller sind, an Büchereien in deiner Umgebung. Viele freuen sich über neuen Zuwachs für ihre Leser.
  4. Verschenke Bücher an Freunde zum Geburtstag & Co., die dir besonders gefallen haben – vielleicht ja dann auch mit einer persönlichen Widmung, wie du das Buch fandest.

Schritt 2: Neue Bücher auf anderem Wege lesen

  1. Leihe dir Bücher von Büchereien aus. Das ist nicht nur um einiges günstiger, sondern du hast sie am Ende nicht bei dir Zuhause herumstehen.
  2. Benutze beispielsweise einen eBook-Reader, wenn du dir das vorstellen kannst. Auch hier kannst du Bücher aus Büchereien ausleihen, oder selbst Bücher kaufen.
  3. Frage Freunde oder Familie nach guten Büchern, die sie gerade lesen und ob sie sie dir leihen würden.

Dies sind Vorschläge, die für mich sehr gut funktionieren. Gerade bei Umzügen merkt man übrigens erst einmal, wie befreiend es sein kann, nicht 10 Kisten voller Bücher herumschleppen zu müssen 😉

Habt ihr noch Ideen? Oder zieht ihr ein volles Bücherregal vor, auch wenn ihr die Bücher vielleicht nicht noch einmal lesen werdet?

Verfasst von

Komm mit in meine bunte und chaotische Welt! Ich lass dich an meinen psychologischen Gedanken teilhaben, zeige dir mein Leben als Studentin und zeichne Handletterings was das Zeug hält. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

5 Kommentare zu „Bücher und Minimalismus – geht das überhaupt?

  1. Bei mir ist es so, dass ich meine Lieblingsbücher gerne verschenke…mit Empfehlung und und und…

    Auf diese Weise habe ich mir „Seneca- Briefe der Gelassenheit“ insgesamt 8 mal neu gekauft, denn ich las hier und da etwas nach, um es anschließend anderen Menschen zu schenken, welche es dringender brauchen als ich.

    Wenn ich zu besuch bei anderen bin, achte ich sehr genau darauf, wo sich das Bücherregal befindet und mit welchen Büchern es befüllt ist. Bei einigen steht es auf dem Flur, im Wohnzimmer findet sich dafür die DVD-Blu_Ray Sammlung mit einer ansehnlichen Sammlung von Horror-Filmen….oder wir finden im Wohnzimmer die Spiele Konsole vor…. -_-

    Dieser unbewusste Zustand in der Einrichtung der eigenen vier Wände sagt sehr viel aus über den Bewohner… es zeigt mir wo der Fokus liegt.

    Heute kann ich von mir sagen: Menschen mit vielen Büchern im Wohnzimmer, mit den Themen Philosophie, Kunst und Biografien, sind mir lieber als Blu-Ray Sammler.
    Irgendwie ist der zu erwartende Themenbereich, für die Besuche auch schnell abgesteckt.

    Gruß Herr Rausch

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  2. Stimmt. In der nahen Vergangenheit war das Bücherregal ein Ausweis des dort mit seinen teils gelesenen Schätzen Wohnenden. Das ändert sich, wie es ja auch oben steht, mit Hilfe digital – elektrischer Bücher (hat das wirklich etwas mit Minimalismus zu tun? Noch ein elektronisches Gerät?). In Zukunft wird keiner mehr mit Brockhaus und Goethe – Gesamtausgabe angeben können, weil das niemand mehr im Schrank stehen hat und man diese Teile womöglich als selten gebraucht auch nicht über die ach so vielseitigen Programme anwählen kann – mangels Nachfrage. Könnte sein, es ist gar nicht viel verloren, denn wie gesagt, die Nachfrage nach Qualität fehlte ja auch bisher schon, die standen ungelesen da, rein zu Propagandazwecken. Ist das der durchtechnisierte Pseudo -Minimalismus, der da auf uns zukommt? Sowenig wie möglich, immer umzugs- oder fluchtbereit, und was man nicht gleich hat, also eh fast nichts, das kauft man schnell nach? Just in time statt Vorrat? In Zukunft natürlich: man läßt sich die Ware, auch das Buch, per E-Mail schicken und hat ja nicht viel, aber einen 3-D-Drucker? Ich weiß nicht genau, ob ich mir das so vorstellen kann und mag, das Modell erscheint mir auch noch nicht rund.

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  3. Für uns ist es noch unvorstellbar, den Großteil unserer Bücher wegzugeben. Romane, Thriller und andere leichte Kost verkaufe ich in der Tat nach dem Lesen über besagte Plattformen, Bücher, die mir ausgesprochen gut gefallen haben, etwas ausgelöst haben – die kaufe ich auch gerne zwei oder drei Mal und verschenke die anderen Exemplare an Menschen, von denen ich denke, dass es ihnen auch gefallen würde oder denen ich irgendwie ‚mein Gefühl beim Lesen‘ übermitteln möchte.
    Ansonsten aber sehe ich zumindest meine Sammlung wirklich als Sammlung, als Bibliothek, als Wissensschatz, der in dieser Zusammenstellung auch wieder eine eigene Bedeutung hat. In meinem Fall habe ich eben z.B. eine recht umfangreiche Sammlung an Büchern über Selbstversorgung, Gärtnern, alte Techniken, bäuerliches Leben, Konservierung etc. die ich ggf. auch verleihe und als das ansehe, was es ist: einen Schatz.
    Der Platz wird allerdings eng obwohl ich in Zweierreihen staple und Bücher in die engen Lücken schiebe, aber aussortieren … davon bin ich weit entfernt auch wenn mir das rigorose Ausmisten mittlerweile sonst eine Befreiung ist.
    Hmmm
    Liebe Grüße, Oli

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  4. In Zweierreihen und darüber gelegt noch mal eins… kenn ich. Dazu Jugendbücher in einer Kiste mit „nicht wegwerfen“ beschriftet. Und dann die Attentäter, die ein Buch einfach dazwischenschieben obwohl sie sorgsam nach ungefähren Inhaltsgruppen sortiert sind. Ja, ich wäre kein guter Bibliothekar oder gar Buchhändler – der Bücherwegnehmer ist nicht einfach ein Kunde sondern potenzieller Attentäter.

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