Kaffee – Doch besser als sein Ruf?

Bei Kaffee scheiden sich die Geister – jedenfalls ist das meine Erfahrung bisher.

Manche lieben ihn und trinken täglich mindestens eine Tasse (oder wie meine Mutter gleich mal drei bis vier :-D). Andere wie Freundinnen von mir können dem braunen Gebräu gar nichts abgewinnen.

Ich selber habe erst mit der Zeit mehr und mehr Kaffee getrunken, angefangen beim Latte Macchiato mit viel Zucker (also genau genommen schmeckt dieses Gemisch dann schon fast nicht mehr nach Kaffe :-D), bis hin zu einem Espresso als „Nachtisch“. Anfangs mochte ich den Geschmack nicht mal besonders, doch es war gerade „cool“. Doch mit den Jahren fand ich ihn immer besser. Aktuell trinke ich nur noch selten Kaffe, weil ich mich danach nicht mehr so wohl fühle (wohl das Koffein :-D), aber ich finde den Geruch nach Kaffee immer noch herrlich entspannend.

Kaffee und seine Gesundheitswirkung

Doch was ist denn nun mit der Wirkung von Kaffee? Sind alle Kaffeetrinker zu schlechter Gesundheit verdammt? Oder sind eher die Kaffeeverweigerer schlecht dran?

Spannend ist hier, dass es ganz unterschiedliche Sichtweisen gibt. Im Fachjournal „Annals of Internal Medicine“ beschreiben Autor eine Studie, bei der getestet wurde, inwieweit Kaffeekonsum und Sterblichkeit zusammenhängen. Andere Faktoren wie etwa Ernährung oder Rauchen, die ebenfalls das Sterberisiko beeinflussen, hatten die Forscher herausgerechnet. Scheinbar war die Wahrscheinlichkeit bei hohem Kaffeekonsum innerhalb des Beobachtungszeitraumes von etwa 16,4 Jahren zu sterben geringer als bei Nicht-Kaffeetrinkern. Allerdings ist es schwer da nun zu sagen, dass jeder täglich mehrere Tassen trinken sollte.

Jedenfalls liegt es nahe, dass moderater Kaffeegenuss doch nicht so schädlich ist, wie oft prophezeit, sondern dass Kaffee sogar gesundheitliche Vorteile haben könnte.

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Aber früher galt Kaffee doch als ungesund?

Was ist denn mit den vorigen Aussagen, dass Kaffee so ungesund sei? Die kamen ja auch von irgendwo her, oder?

Mittlerweile weiß man, dass viele der früheren Studien durch Raucher verfälscht gewesen sind. Meist ging hoher Kaffeekonsum mit Rauchen einher – und da hat dann das Rauchen den ausschlaggebenden Faktor gegeben, wieso angeblich Kaffeetrinker früher sterben.

Jetzt geht es vor allem darum festzustellen, wie es einem persönlich mit Kaffee geht. Manche werden wach, andere eher nervös. Bei Frauen wirkt Koffein sogar teilweise doppelt so lang wie bei Männern.

Auch die Aussage, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht, ist längst überholt. Der Effekt ist so gering, dass er eigentlich auch schon wieder ignoriert werden kann. Und im Kaffee ist ebenfalls Wasser enthalten, also kommt es fast auf Null heraus.

Klingt doch alles gar nicht so schlecht, oder?

Jeder ist verschieden

Da aber Kaffee von Mensch zu Mensch so unterschiedlich wirkt, kann man nur schwer allgemeine Wirkungen beschreiben. Dem einen hilft Kaffee um wach zu werden oder die Verdauung anzuregen, der andere wird durch Kaffee eher nervös und bekommt Kopfschmerzen.

Deshalb sollte man Kaffe doch viel lieber als das sehen, was es ist: ein Genussmittel. Wie immer gilt hier: Die Masse machts. Also lieber mal moderat etwas Kaffee trinken, wenn es einem bekommt, dann braucht man sich auch keine Gedanken zur Sterblichkeit machen und kann das Gebräu einfach nur genießen 🙂

Verfasst von

Komm mit in meine bunte und chaotische Welt! Ich lass dich an meinen psychologischen Gedanken teilhaben, zeige dir mein Leben als Studentin und zeichne Handletterings was das Zeug hält. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

10 Kommentare zu „Kaffee – Doch besser als sein Ruf?

  1. Ich muss zugeben, dass bei mir die tägliche Tasse Kaffee schon dazu gehört und meine Laune ziemlich beeinflusst. Da hab ich ja Glück gehabt, dass sich die Wissenschaft zumindest nicht einig ist, dass mein Lieblingsgetränk schädlich oder allzu ungesund ist. 😉

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  2. Trinke Kaffee seit meiner späten Kindheit / frühen Jugend. Seinerzeit ein-zwei, vielleicht mal drei Tassen pro Tag, heute (im Alter von 63) so fünf bis sieben Tassen pro Tag. Wohl bekommts. Nur zu stark soll er nicht sein, selbst den Espresso mag ich lieber in Form eines „Verlängerten“.

    Außerdem ist ja das im Kaffee enthaltene Niacin (Nicotinsäure, ohne die auch ich als Seit-eh-und-je-Nichtraucher nicht auskomme) ein lebenswichtiges Vitamin … (wenn das kein Grund ist …).

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  3. Was immer wieder witzig ist, „inwieweit Kaffee und Sterblichkeit zusammenhängen.“ Ja, ich hatte mal wieder einen Kursleiter, der meinte, wenn jeder Herzdruckmassage könnte und machen würde, würden weniger Menschen sterben. Ich nahm ihn dann mal beiseite: das ist falsch. Alle werden sterben, es geht nur um das wann (und eventuell das wie). Alle Kaffetrinker, alle Fleischfresser, alle Raucher. Alle Verweigerer genauso (gilt sogar für Kriegsdienst und -verweigerung). Aber gut, ich schenke mir jetzt erst mal, vom Tee ist nichts mehr da, eine Tasse Kaffee ein und räsoniere weiter:
    Ja doch, Kaffee schmeckt greulich. Und Bier, Wein, Alkoholika allgemein. Und erst der stinkende, beißende Qualm! Aber wir gewöhnen uns, werden herangeführt, daran gewöhnt, im Erwachsenwerden, als Erwachsenwerden an diverse Gesellschaftsgifte. Wer nicht, gehört nicht wirklich dazu. Natürlich kommt dann eine Gegenbewegung und eine Jugendbewegung und irgendwann chillen sie mit ihrem Gras. Und so weiter. Offensichtlich braucht der Mensch nicht nur Drogen, sondern speziell auch solche, die die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaft und Geselligkeit fördern, dokumentieren, herstellen. So dass heute noch das Grüppchen rauchen, die natürlich direkt vor dem Fenster stehen, so dass deren Stinkqualm hereinzieht, die In-Group ist, die jedes Gerücht nochmal früher kennt. Naturgemäß erscheint es dem Mitteleuropäer, dass ein paar besoffene männliche Jugendliche zwischen circa 15 und Grabstein der weiblichen Bedienung auf den Arsch klopfen oder – hier beliebige Steigerung einfügen -. Oder bei Kaffee und Sahnestückchen und gleichzeitigem Austausch neuester Diätregeln die liebe Nachbarin nach Strich und Faden nicht durch den Genannten, sondern den Kakao gezogen wird. Schon eine komische Sippe, diese Menschen. Aber jetzt müßte der Kaffee langsam durch sein!

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    1. Was für ein amüsanter und toller Kommentar, danke dafür!
      Du bringst es auf den Punkt – wir werden alle irgendwann sterben. Und genau deshalb ist es umso wichtiger, wie wir die Zeit bis dahin verbringen. Und für wen Kaffee dazu gehört, für den ist das nun mal so.
      Spannend finde ich deinen Ansatz der „Gesellschafts-Droge“. Ich habe noch nie so darüber nachgedacht, aber es ist definitiv logisch. Wir wollen dazu gehören, und meist schließt dies Alkohol etc. ein. Und so zum Beispiel auch die Kaffeerunde im Büro.

      LG Janne

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  4. Danke, Lob wird immer gerne genommen. Natürlich muß auch der Beitrag interessant genug für einen Kommentar sein! Ich versuche immer, manchmal geht dieser Gaul auch mit mir durch, auch in meinen Geschichtchen, einen kleinen Mehrwert genannt Unterhaltung einzubauen, Witz im alten Sinne von gewitzt. Und ja, wieder einmal, denn das ist das Erstgetränk meiner Wahl, ist es Teezeit – man sagt, sein Koffeingehalt entfalte sich langsamer als der der schwarzen Brühe (o ja, mein Kaffee bleibt schwarz. Nach altem Araberspruch und also schwarz wie die Seele).

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