Yogalehrerin: Zwischenstand meiner Ausbildung

Mittlerweile hatte ich bereits vier Yoga-Wochenenden. Auch wenn es natürlich eine zusätzliche Belastung zum Vollzeitjob ist, so freue ich mich doch immer wieder sehr darauf.

Yoga-Ausbildung als Auszeit vom Alltag

Es ist wie eine kleine Oase in meinem Alltag, eine Auszeit. Denn an diesen beiden Tagen beschäftige ich mich ausschließlich mit etwas, das mir große Freude bereitet und für das ich leidenschaftlich gerne Zeit aufwende. Und genau diese Leidenschaft teilen die anderen Teilnehmer auch. Die Energie, die an genau diesen Wochenenden zusammenkommt, ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Es kommt mir so vor, als würde man die Zeit anhalten und wir würden uns alle in unserer eigenen kleinen Yoga-Welt bewegen.

Normalerweise geht es sowohl in meinem Studium als auch in meiner aktuellen Arbeit (Praxissemester) immer darum, Leistung zu erbringen. Schnell sein, gut sein, die Erwartungen erfüllen oder sogar übertreffen. Doch in der Yoga-Ausbildung fällt genau dieser Druck vollkommen weg. Dein Körper gibt heute nicht mehr her? Gar kein Problem, nehme dich einfach aus der einen Übung etwas heraus. Du brauchst doch eine kurze Pause? Kein Ding, gehe ruhig kurz aus dem Raum, trinke einen Tee und komm zurück. Es ist eine ganz andere Art, Dinge zu lernen. Es geht nicht darum, alles auswendig zu können und Begriffe aufzuzählen. Sondern es geht um das Verstehen der Zusammenhänge, um das Wiedergeben aus dem Herzen heraus. Ein Ansatz, den ich absolut spannend finde.

Ich als kleine Perfektionistin bin immer darauf getrimmt, möglichst alles und möglichst alles auch noch ganz genau zu wissen. Ich schreibe viel mit, jede Kleinigkeit und mir fällt es schwer, Inhalte zusammenzufassen, weil für mich immer alles wichtig ist. Glücklicherweise ist das im Laufe meines Studiums schon deutlich besser geworden. Aber natürlich ist immer noch eine Tendenz dazu da.

Bei der Yoga-Ausbildung merke ich plötzlich, dass ich alles wie ein Schwamm in mich aufsauge. Auch wenn ich nicht alles mit schreibe und krampfhaft versuche, mir alles zu merken. Einfach nur weil es mich sehr interessiert und ich aktiv und aufmerksam dabei bin, kann ich mir schon sehr viel merken.

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Meine eigene Yoga-Praxis

Als Yogalehrer ist man in den Stunden, die man gibt, nicht wirklich selbst aktiv. Es geht vielmehr darum, die Schüler anzuleiten und zu korrigieren. Ich werde eher umherlaufen, auf die Körperausrichtung meiner Schüler achten, anstatt selbst im Hund oder einer anderen Asana zu verweilen.

Aber genau deshalb ist es umso wichtiger, dass eine regelmäßige Yoga-Praxis Bestandteil meines Alltags ist. Denn nur, wenn ich die Übungen selbst richtig und achtsam ausführe, kann ich sie beschreiben und andere anleiten. Dies ist auch ein großer Bestandteil der Ausbildung. Wir beschäftigen uns mit unterschiedlichen Asana-Arten, wie z.B. Rotationen, ein ganzes Wochenende lang. Erst einmal die eigene Praxis, dann besprechen, was uns auffällt und dann gehen wir jede einzelne ausgeführte Asana durch und überlegen uns, welche Punkte besonders wichtig sind. So konnte ich schon sehr viel über die korrekte Ausführung lernen, in meine eigene Praxis integrieren und werde diese Anweisungen auch an meine Schüler weitergeben können.

Auch wenn ich es aktuell nicht immer schaffe, so versuche ich dennoch morgens so ca. 20-30 Minuten Yoga zu machen. Für mich persönlich ist das ein wunderschöner Start in den Tag. Früher habe ich das „knallhart“ durchgezogen und wirklich jeden Tag Yoga gemacht. Doch nun bin ich etwas nachsichtiger mit mir selbst. Wenn es mich eher stresst, weil ich beispielsweise sowieso schon viel zu spät ins Bett gekommen bin und jede Minute Schlaf kostbar ist, oder wenn ich gerade bei meinem Freund übernachte, dann ist es auch mal in Ordnung kein Yoga zu machen.

Yoga soll ja eben nicht irgendeine Pflicht oder eine Art Workout sein. Sondern es ist etwas so wundervolles für den eigenen Körper, ein Zeichen von Achtsamkeit, und genau deshalb sollte man die Praxis auch genießen. Ich persönlich merke schnell, wenn mir meine Yoga-Praxis fehlt, weil ich mich nicht mehr so „geschmeidig“ fühle. Und dann ist es ein intrinsischer Anreiz, wieder Asanas auszuführen – diese Motivation ist um einiges nachhaltiger, als mir eine spezielle Yoga-Praxis aufzuzwingen.

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Bisheriges Fazit zur Ausbildung

Ich bin immer noch unglaublich glücklich und vor allem dankbar, dass ich diese Ausbildung noch absolvieren kann. Es war schon lange ein Wunsch, aber eine Ausbildung zur Yogalehrerin ist doch ziemlich teuer. Und vor allem gibt es so große Unterschiede, in der Unterrichtsart. Mit meiner Yogaschule habe ich wirklich sehr viel Glück. Diese herzliche und offene Art ist einfach wunderschön. Ich freue mich auf alles, was nocnh kommen wird und vor allem darauf, irgendwann selbst diese Leidenschaft für Yoga an andere weitergeben zu können!

 

Verfasst von

Komm mit in meine bunte und chaotische Welt! Ich lass dich an meinen psychologischen Gedanken teilhaben, zeige dir mein Leben als Studentin und zeichne Handletterings was das Zeug hält. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

4 Kommentare zu „Yogalehrerin: Zwischenstand meiner Ausbildung

  1. Du sprichst mir aus der Seele. Mir geht es mit meiner Yogalehrerausbildung genauso. Ich genieße jede Minute in der Schule denn die Energie, die Leidenschaft, die dort zu spüren ist, ist überwältigend. Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude ❤

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