Ausmisten – Wohnung und Psyche entrümpeln

Wieso hängen wir an manchen Dingen so sehr? Wieso häufen wir immer mehr Materielles an, kaufen immer mehr?

Ausmisten ist nicht leicht

Natürlich gibt es Dinge, mit denen wir schöne Erinnerungen verbinden. Aber meist fällt es uns nicht bei diesen Sachen schwer, sie auszusortieren, sondern ganz allgemein. Vielleicht könnte man es ja noch einmal brauchen?

Aber selbst wenn nicht – oft können wir trotzdem nicht loslassen. Und häufen damit immer mehr Ballast an. Und leider habe ich jetzt eine schlechte Nachricht für euch: einmal Ausmisten reicht nicht. Erstaunlicherweise dauert es meist gar nicht allzu lange und wir können schon wieder viele Dinge aussortieren. Ich habe das bei Umzügen gemerkt. Nach einem Jahr bin ich von der einen WG in eine andere gezogen – und war regelrecht schockiert, wie viel Zeug ich doch in diesem einen kurzen Jahr angesammelt habe. Und das obwohl ich vor dem Einzug in die erste WG bereits aussortiert hatte.

Manchmal fällt es so verdammt schwer, sich von dem ganzen Krempel zu trennen. Immerhin hatte er ja mal einen „Sinn“ bzw. ich habe zumindest mal Geld dafür bezahlt.

„Aufgrund unserer Entscheidungen in der Vergangenheit messen wir unseren Gegenständen einen hohen Wert bei – mehr, als jemand dafür bezahlen würde. Also lassen wir alles in den Schränken liegen und sammeln immer weiter. Bis unsere Wohnung aus allen Nähten platzt oder wir uns selbst schon von dem ganzen Krempel erdrückt fühlen.“

Patrick von healthyhabits.de

Wieso überhaupt Ausmisten?

Erst wenn wir Dinge aussortieren, haben wir Platz für Neues. Und damit meine ich nicht gleich wieder neue Dinge, die wir erneut anhäufen. Sondern auch Tätigkeiten, Gedanken etc. Das Ausmisten der Wohnung befreit auch im Kopf. Es verleiht positive Gefühle, etwas geschafft zu haben, es sieht aufgeräumter aus und Studien haben sogar bewiesen, dass Ordnung die Laune verbessern kann. Klingt gut, oder?

Erst einmal anfangen

Wenn du dich aber erst einmal überwunden hast, mit dem Ausmisten anzufangen, dann fällt es gleich schon mal viel leichter. Denke deshalb am besten nicht gleich daran, deine gesamte Wohnung auf den Kopf zu stellen, sondern setze dir kleinere realistische Ziele. Wie zum Beispiel das Bücherregal. Oder deine Kosmetikutensilien. Oder wie wäre es mit Gewürzen und Vorraten in der Küche?

Dann lege gleich vorab einen Zeitpunkt fest, zu dem du aussortieren möchtest. Ab damit in den Terminkalender und ihn auch einhalten 😉

Das Ausmisten geht los!

Jetzt hast du dich also für ein kleines Projekt entschieden und auch den Termin dafür festgelegt. Jetzt geht es ans Eingemachte: die Entscheidungen fällen, welche Dinge wegkommen und welche bei dir weiterhin bleiben dürfen.

Folgende Fragen können dir dabei helfen:

  1. Funktioniert es noch? Lässt es sich reparieren?
  2. Mag ich es oder frustriert es mich eher?
  3. Ist noch das Etikett/Preisschild drauf?
  4. Habe ich es schon einmal getragen / benutzt / gelesen? Wann das letzte mal?
  5. Würde ich es nochmal kaufen?
  6. Könnte ich es jemanden schenken, der es eher braucht/verwendet?
  7. Hat es einen ideellen Wert und möchte ich es deshalb behalten?

UND JETZT AUF GEHT’S! Besiegen wir unseren inneren Schweinehund und schaffen Platz in unseren Zimmern/Wohnungen/Häusern 🙂

Verfasst von

Komm mit in meine bunte und chaotische Welt! Ich lass dich an meinen psychologischen Gedanken teilhaben, zeige dir mein Leben als Studentin und zeichne Handletterings was das Zeug hält. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

22 Kommentare zu „Ausmisten – Wohnung und Psyche entrümpeln

  1. Hey =)

    Ich stimme dir vollkommen zu, es sammelt sich einfach so viel „Kram“ an, den man irgendwie ewig und drei Tage nicht mehr benutzt hat. Irgendwann hab ich mir angewöhnt, wenn ich etwas in die Finger bekomme, dass ich das letzte halbe Jahr nicht mehr benutzt habe und das nicht grade irgendetwas spezielles ist, wegzuschmeißen.
    Das verringert den Berg an „Müll“, der irgendwo verstaut ist und verstaubt, doch enorm.

    Vielleicht ist das noch eine Ergänzung zu den Hilfestellungen, die du oben genannt hast =)

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  2. Vermutlich betrachten wir Dinge, die wir jahrelang aufbewahren, als Teil unserer Persönlichkeit, unserer Identität.
    Als ich vor ein paar Jahren meinen Keller ausgeräumt habe, habe ich Dinge in Kartons entdeckt, die da seit 30 Jahren drinlagen ohne dass ich sie ernsthaft vermisst oder dass ich sie noch benötigt hätte …
    Erst beim Wegschmeißen kamen einige Erinnerungen auf, und manchmal auch ein wenig Wehmut. Also habe ich in viele Kartons gar nicht mehr reingeschaut, sondern sie einfach weggeschmissen. Hat dann gar nicht wehgetan.
    Wenn ich etwas 20 oder 30 Jahre lang nicht mehr benötigt habe, dann benötige ich es voraussichtlich nie wieder.

    Eckhardt Kiwitt, Freising

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    1. Du hast recht, lieber Eckhardt.
      Wenn wir bestimmte Dinge lange nicht gebraucht haben, ja uns nicht mal an sie erinnert haben, dann wird sich dies in Zukunft wohl auch nicht ändern. Manchmal sind die alten Erinnerungen auch fast schon Ballast und es kann gut tun, diesen Ballast loszuwerden.
      Ich finde deine Methode sehr gut, denn sonst wäre es unnötig schwer gewesen.

      Danke für deinen Beitrag!
      LG Janne

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      1. Nun, ob ich mit meinen Ausführungen recht habe, kann ich nicht beurteilen. Es ist nur meine Meinung, es sind nur meine Erfahrungen, die ich jedoch nicht absolut setze.

        Jemandem recht geben können nur Richter (am BGH, am BVG oder am EuGH) — und selbst die sind vor Irrtümern nicht gefeit 😉

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    2. „Wenn ich etwas 20 oder 30 Jahre lang nicht mehr benötigt habe, dann benötige ich es voraussichtlich nie wieder.“ (Aber: „Jemandem recht geben können nur Richter.“) Das erste ist völlig richtig, und wir brauchen kein Gericht, das diese Aussage auf ihre Richtigkeit überprüft. Das zweite ist unsinnig, denn Gerichte überprüfen nicht, ob etwas richtig oder falsch ist, sondern ob Entscheidungen oder Taten mit den zur Zeit gültigen Gesetzen in Einklang sind oder nicht. Weder sind diese Gesetze immer richtig, noch sind es die Entscheidungen der Richter. Über richtig und falsch dürfen und müssen wir schon selbst entscheiden. In vielen Fällen sind wir ohnehin kompetenter als beamtete Richter.

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      1. @ Lyriost:

        Gerichte überprüfen nicht, ob etwas richtig oder falsch ist, sondern ob Entscheidungen oder Taten mit den zur Zeit gültigen Gesetzen in Einklang sind oder nicht.

        Soweit bin ich Deiner Meinung. Doch genau dann, wenn ein Gericht entscheidet, dass „Entscheidungen oder Taten mit den zur Zeit gültigen Gesetzen in Einklang sind“, dann hat man Recht bekommen — geltendes Recht. Deshalb hatte ich geschrieben „Jemandem recht geben können nur Richter“. Vielleicht hätte ich das Wort „recht“ in diesem Satz groß schreiben müssen, also „Recht“ statt „recht“ — sorry, mein Fehler.

        In vielen Fällen sind wir ohnehin kompetenter als beamtete Richter.

        Wenn Richter beamtet wären, dann wären sie an Weisungen der Regierung gebunden. Das sind sie, zumindest in demokratischen Rechtsstaaten, jedoch nicht, sondern sie sind unabhängig und nur an geltende Gesetze gebunden. Anderfalls könnten ja z.B. Mitglieder der Bundes- oder der Landesregierungen während laufender Verfahren Einfluss auf einzelne Gerichtsurteile nehmen, wie es in so manchen Diktaturen und Despotien der Fall ist.

        Eckhardt Kiwitt, Freising

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      2. Danke für den Kommentar. Richtig, da habe ich mich unpräzise ausgedrückt. Richter sind natürlich nicht Beamte, sondern nur in vielerlei Hinsicht Beamten gleichgestellte Staatsbedienstete. Dennoch sind sie nicht so unabhängig wie allgemein angenommen. Es gibt auch für Richter ein Dienstrecht, und es gibt vielerlei öffiziöse Verbindungen zwischen Richtern und beamteten Juristen.

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  3. Sehr gute Tipps! Ich habe mir fest vorgenommen, nach Weihnachten endlich einmal auszumisten.. Und irgendwie freue ich mich schon drauf! Ich finde, so am Ende des Jahres hat das auch etwas Befreiendes… Man kann sich halt vor Jahresbeginn von dem ganzen alten Zeugs, vom Ballast befreien. Liebe Grüße! 🙂

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  4. Ausmisten kann so befreiend sein! Ich versuche, das mindestens einmal im Jahr zu machen, und dann wird auch kaum was verschont – meistens müssen Klamotten und Bücher dran glauben. Die Lücken füllen sich zwar erstaunlich schnell wieder, grade bei den Büchern, aber mit einem Mal ist es ja nicht getan. Sobald alle Weihnachtsgeschenke verpackt sind, mache ich mich ans diesjährige Ausmisten meines Kleiderschranks – gestaltet sich momentan etwas schwierig, weil sämtliche Geschenke darin verstaut sind und das Ausmisten momentan nicht viel bringt 🙂

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      1. Grad bei Büchern ist es ja echt einfach, auszumisten – ich bring die Bücher, die ich nicht mehr brauche oder die einfach grottenschlecht waren, in einen offenen Bücherkasten, d.h. die kann dann jeder nehmen, der sie interessant findet. Ich hab ja mal versucht, ältere Kinderbücher einer Bücherei zu spenden, aber die waren leider zu alt – noch nach der alten Rechtschreibung verfasst, und das geht pädagogisch leider nicht 🙂 Der Bücherkasten hat sie aber dankbar angenommen, und sie waren auch extrem schnell weg, die Kinderbücher 🙂
        lg
        Susanne

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