Auszeiten im Alltag – wie viel Urlaub uns gut tut

Oft fiebern wir bereits am Montag auf Freitag hin, oder am Anfang des Urlaubs direkt auf den nächsten. Und wenn jemand fragt, wo wir jetzt am liebsten wären, kommt so oft die Antwort: „Hauptsache weg!“

Aber ist das wirklich so? Ist es wirklich gut, immer wieder wegzufahren?

Fest steht, dass täglich 8 Stunden arbeiten den Körper ausmergelt und an den Kräften zehrt. Egal welche Art von Beruf es ist – wir brauchen einfach auch mal eine Auszeit. Nur so können wir gesund bleiben, ein gesundes Immunsystem aufrechterhalten und vor allem weiterhin leistungsfähig im Job bleiben.

Aber ist es sinnvoll jedes Wochenende wegzufahren?

Längere Urlaube vs. Kurzurlaube

Zwei, ja am besten sogar drei Wochen, empfehlen viele Experten, damit ein Urlaub auch wirklich erholsam wird. Denn die Anreise und Abreise sind meist mit viel Stress verbunden und wir brauchen außerdem noch etwas Zeit, um überhaupt die ganzen Gedanken an die Arbeit abzustellen und auf „Relax&Chill-Modus“ umzuschalten.

Jeder merkt wohl selber, welche Länge von Urlauben einem persönlich gut tut und hilfreich für Entspannung ist.

Manche schwören jedoch auf mehrere kleine Trips, da sie so viel öfter wegfahren können. Mal nach Amsterdam, dann ab in die Berge und dann doch London? Ist bestimmt spannend, und auch ich habe direkt daran gedacht, als ich den Zug habe wegfahren sehen (siehe Bild).

Aber gleichzeitig muss man sich bewusst machen, dass die An- und Abreise bei Kurzurlauben ebenso anfällt, wie bei einem langem Urlaub. Die Erholungsphase wird also immer kürzer – und manchmal ist so ein Kurztrip sogar eher zusätzliche Anstrengung, anstatt der erhofften Regeneration.

Kleine Auszeiten im Alltag schaffen

Damit wir also langfristig fit bleiben, sollten wir uns viel eher darauf konzentrieren, direkt im Alltag Auszeiten zu schaffen. Mal ein entspannter Abend nur für sich selbst mit Wellnessprogramm, ein gutes Buch lesen, ein Glas Wein mit Freunden trinken… Was auch immer es ist, das einen entspannt: die Regelmäßigkeit ist entscheidend.

Wenn wir erst handeln, sobald wir uns erschöpft und ausgelaugt fühlen, ist es fast schon zu spät. Natürlich können wir auch dann noch dagegenwirken, aber viel effektiver ist es, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Bewusste Auszeiten und Ruhepausen direkt im Arbeitsalltag bewirken oft viel mehr als ein ausgedehnter Urlaub im Jahr.

Überlegt euch also am besten ein paar Dinge, die euch entspannen und euch herunterkommen lassen. Schreibt sie auf eine Liste und hängt sie gut sichtbar auf – immer wenn ihr merkt, dass eine etwas stressigere Zeit bevor steht, könnt ihr einen Blick auf diese Liste werfen und einen Punkt davon aufgreifen… und entspannen 🙂

Verfasst von

Komm mit in meine bunte und chaotische Welt! Ich lass dich an meinen psychologischen Gedanken teilhaben, zeige dir mein Leben als Studentin und zeichne Handletterings was das Zeug hält. Viel Spaß auf #LyrebirdBlog :-)

7 Kommentare zu „Auszeiten im Alltag – wie viel Urlaub uns gut tut

  1. Auf dem Balkon übernachten ist z. B. ein kleines Abenteuer… und dann zur Arbeit fahren.

    Warum man allerdings ständig weg will, sollte man sich mal genauer ansehen. Wohin zieht es mich denn? Wovor entfliehe ich? Es kann auch ein Muster sein, ständig vor etwas weglaufen zu wollen. Denn eigentlich sollte uns jeder Tag glücklich machen. Wir haben dieses Leben nicht, um es im Hamsterrad zu vergeuden. ^^

    Gefällt 2 Personen

    1. Du sagst es, wir können schon in unserem Alltag unsere Auszeiten finden bzw. es ist auf jeden Fall empfehlenswert, ständiges Bestreben nach aufregenden Reisen zu hinterfragen. Gibt es vielleicht etwas, das uns im Alltag unzufrieden macht?

      Danke für deinen Beitrag, ich finde die Idee mit dem Übernachten auf dem Balkon ganz wundervoll. Wenn ich in meiner nächsten Wohnung einen Balkon haben sollte, dann werde ich das auf jeden Fall mal ausprobieren. In die Sterne schauen, den Gedanken nachhängen und vielleicht etwas guter Musik lauschen. Hört sich herrlich an 😊

      Liebe Grüße
      Janne

      Gefällt 1 Person

  2. Ein paar eigene Erfahrungen zum Thema:

    Wenn der Beruf, mit dem man seinen Lebensunterhalt verdient, Spaß macht und man ihn eher als Hobby denn als Broterwerb betrachtet, kommt man mit sehr wenig Urlaub aus.

    Wenn man einen zu langen Urlaub macht, kann man erleben, dass der Urlaub mehr Stress denn Erholung ist und man sich gegen Ende der Urlaubszeit (oder auch schon früher !) wünscht, dass er schnell vorbei sein möge.

    Wenn man einen unpassenden Urlaubsort gewählt hat, kann es vorkommen, dass man die Rückreise bereits nach ganz wenigen Tagen antritt, auch wenn man dafür einen Extra-Rückflug buchen und bezahlen muss.

    Falls man vor Ort feststellt, dass einem ein Urlaubsort oder ein Urlaubsland gar nicht zusagen, kann es passieren, dass man dort zweimal gleichzeitig Urlaub macht: Das erste und das letzte Mal.

    Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte stellt man evtl. fest, dass es in anderen Ländern und an anderen Orten nicht viel anders ist als anderswo, dass der Alltag dort nicht wesentlich anders ist als anderswo, dass die Menschen dort die gleichen Alltagssorgen haben wie anderswo (sofern man, wie ich, großen Wert darauf legt, mit den Einheimischen in [engen] Kontakt zu treten, mit ihnen über den Smalltalk hinaus zu kommunizieren ohne in deren [geschützten] Intimbereich vorzudringen), …

    Dann hat man irgendwann genug gesehen und erlebt und Urlaub gemacht. Dann reicht evtl. ein Tagesausflug für ein wenig Abwechslung vom Alltag. Oder man vertieft sich in ein Buch und geht damit gedanklich auf Reisen in andere Welten.

    Eckhardt Kiwitt, Freising

    Gefällt mir

    1. Vielen Dank für diesen schönen und ausführlichen Kommentar, lieber Eckhardt! Du erweiterst meinen Beitrag zu den Themen Urlaub und Auszeiten um so wahre Worte.
      Das Streben ständig irgendwo anders hinzureisen, kommt ganz oft aus der Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation heraus. Du wirkst jedoch sehr zufrieden mit dem Austausch im engeren Umfeld. Ich finde, dies ist unglaublich wertvoll und könnte ein Ziel für jedermann sein.

      Danke für deine Worte 😊
      Liebe Grüße
      Janne

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      1. Liebe Ladybird Janne, Austausch im engeren Umfeld ist mir tatsächlich sehr wichtig, weil anregend und weil’s oft ein Korrektiv ist, und der sollte immer beidseitig sein damit’s nicht zur lähmenden Selbstzufriedenheit und am Ende vielleicht gar zur Selbstgerechtigkeit wird, verbunden mit einer „Selbstkritikphobie“.

        Gefällt 1 Person

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